Zum 1. Juli wird die Zweigstelle Vohenstrauß des Amtsgerichts Weiden aufgelöst
Gericht zieht um

Aus dem Osten etwas Neues: Das Amtsgericht Vohenstrauß zieht um. Zum 1. Juli wird die Zweigstelle aufgelöst und dem Amtsgericht Weiden einverleibt. Dies bestätigte am Donnerstag Dr. Thomas Pfeiffer, Sprecher des Justizministeriums.

Weiden/Vohenstrauß. Bei der Weidener Justiz wird schon zusammengerückt. Erwartet werden die zwei Richter Hermann Sax und Roland Güll, wobei Sax auch jetzt schon an zwei Nachmittagen in Weiden verhandelte und Güll nur zur Hälfte für Vohenstrauß tätig war und seinen "Hauptsitz" ohnehin in Weiden hat. Das Team aus Vohenstrauß zählt sechs weitere Mitarbeiter: zwei Rechtspflegerinnen, einen Justizfachwirt und zwei Justizangestellte sowie einen Wachtmeister.

Den neuen Kollegen gilt ein warmes Willkommen. "Wir freuen uns, dass sie alle zu uns kommen", sagt Landgerichtspräsident Walter Leupold. Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl tüftelt an den Vorbereitungen: "Räumlich sind wir damit am Ende der Reserve." Inzwischen breitet sich das Amtsgericht bis in das dritte Stockwerk aus, in dem bisher nur Landgerichtsmitarbeiter ihre Büros hatten. Hintergrund: Im Erdgeschoss soll genügend Platz für die Arbeitsgebiete Nachlass und Betreuung sein, um gerade älterem Publikumsverkehr entgegen zu kommen.

Stichwort Bürgerfreundlichkeit: Amtsgerichtsdirektor Heindl sieht natürlich, dass für die Bevölkerung "gewisse Nachteile" entstünden, gerade für die Bürger der östlichen Gemeinden, wie Georgenberg, Waidhaus, Eslarn. Immerhin trifft es sie mit "20 Kilometern plus" nicht ganz so hart wie die Kemnather, die nach der Auflösung ihrer Zweigstelle im Herbst die satte Entfernung von 30 Kilometern bis zum neuen Dienstsitz in Tirschenreuth dazu bekamen.

Künftig kommen alle Zivil- und Strafverfahren aus dem Vohenstraußer Raum in Weiden auf den Tisch. Einzelrichter Sax verhandelte bislang Strafsachen bis zu einer Straferwartung von zwei Jahren Haft vor Ort in Vohenstrauß. Sax oblagen zudem sämtliche Ordnungswidrigkeiten im ganzen Landgerichtsbezirk, vornehmlich aus Verkehrsdelikten.

Wie die Arbeit künftig verteilt wird, ist noch offen. Das Amtsgericht Weiden überarbeitet gerade die Geschäftsverteilung, wenn künftig alle 13 Amtsrichter unter einem Dach vereint sind. Eine Maßnahme ist schon seit Jahresanfang umgesetzt: Richter Güll ist jetzt ein "halber" Familienrichter und verstärkt damit die Richterkollegen Gerlinde Werner und Tobias Pausch in Familiensachen wie Scheidungen, Kindschaftssachen, Umgangsrecht und Unterhalt. Deren Pensum war schon immer stramm. Mit der Bestellung von Vormündern für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge war endgültig die Grenze der Belastbarkeit erreicht.

Für Vohenstrauß sieht Landgerichtspräsident Leupold eine "Win-Win-Situation": "Die Stadt bekommt eine große Dienststelle für eine kleine." In das Gebäude des Amtsgerichts zieht die neu gegründete "Reise-Servicestelle" aus Söders Heimatministerium ein. Personalziel: 40 Mitarbeiter. (Seite 32)
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