Zwei Badegäste finden Mann (40) leblos im Abkühlbecken der Thermenwelt
Lebensretter aus der Sauna

In diesem Außenkaltbecken inmitten der Saunaanlage der Thermenwelt fanden Thomas Lohner und Roland Riebl einen 40-Jährigen, der bewegungslos am Boden nahe des Beckenrandes lag. Wie lange der Mann bereits unter Wasser war, ist bis heute unklar. Bild: Wilck
 
Thomas Lohner kann befreit in die Kamera lächeln. Am Aschermittwoch hat der Eschenbacher erfahren, dass der Mann, der am Freitagabend regungslos auf dem Boden des Außenkaltbeckens der Thermenwelt gelegen hat und den er deshalb mit Freund Roland Riedl aus dem Wasser gerettet hat, auf dem Weg der Besserung ist. Bild: Götz

Es sollte ein entspannter Männerabend in der Sauna der Thermenwelt werden. Ins Schwitzen kamen die Freunde aber im Außenkaltbecken. Dort stieß einer von ihnen mit seinem Fuß an einen reglosen Körper am Beckenboden. Sekunden später begann eine beispiellose Rettungaktion.

Nach dem Saunagang ab ins 19 Grad kühle Außenkaltbecken der Thermenwelt: Die Freunde Roland Riedl (44) und Thomas Lohner (45) aus Eschenbach genossen die Erfrischung am Freitagabend. "Bis ich diesen Widerstand am Bein spürte. Das war nicht normal. Aber ich konnte es nicht deuten", sagt Lohner.

"Wir dachten erst, vielleicht taucht da jemand", erinnert sich Riedl. Beide, insbesondere er ohne Brille, erkannten nur einen beigen Fleck unter Wasser. Als Lohner untertauchte, sah er einen Menschen und griff nach ihm. "Der reagierte nicht, war bewegungslos. Zu zweit zogen wir ihn nach oben. Dann haben wir nach Hilfe geschrien." Mit Erfolg. Schnell kamen weitere Badegäste dazu. "Wir waren heilfroh, dass da jemand war", sagt Riedl. Zusammen gelang es, den Mann aus dem Becken zu hieven. "Eine Frau begann sofort mit der Herz-Druck-Massage. Einer rief, der Mann habe keinen Puls mehr." Dann übernahmen zwei Rettungsschwimmer, Jevgeniy Schultais und Werner Rockinger. "Die Bademeister waren top. Sie haben nicht aufgegeben", lobt Lohner.

Auf dem Weg der Besserung


Herz-Druck-Massage, Beatmung. Immer wieder. "Es herrschte eine Riesenaufregung. Überall bildeten sich Grüppchen. Der Mann hat so lange nicht reagiert." Schließlich aber erbrach er sich, der Puls war zurück. Sanitäter nahmen den 40-Jährigen mit. Derzeit liegt er in einer Regensburger Klinik im Teilwachkoma. "Wir hoffen sehr, dass der Mann das ohne bleibende Schäden überlebt", sagt Lohner am Aschermittwoch. Und es sieht gut aus, weiß der Leiter der Thermenwelt, Bademeister Klaus Kunz: "Der Mann ist auf dem Weg der Besserung. Er scheint keine neurologischen Schäden davongetragen zu haben. Sein Herz ist topfit." Was die Ursache für den Badeunfall ist, "ist damit noch völlig unklar".

Auch noch Tage nach dem Vorfall spricht Riedl, der als Banker in Nürnberg arbeitet, von einem kleinen Schock. "Das lässt einen nicht los." Plötzlich geistern ihm Fragen durch den Kopf, wie die nach der wertvollen Zeit, die man womöglich durch das anfängliche Zögern verschwendet hat. "Man ist auf jeden Fall sensibilisiert, das nächste Mal noch schneller einzugreifen", meint der dreifache Vater, der sich seit Samstag regelmäßig über den Gesundheitszustand des Geretteten informiert hat.

Auch Thomas Lohner, Logistik-Mitarbeiter bei Novem Vorbach und erfolgreicher Hobby-Marathon-Läufer, geht das Geschehen in der Thermenwelt immer wieder durch: "Bis man die Gefahr erkennt, das dauert. Man ahnt zwar, dass da was nicht stimmt. Aber irgendwie will man das nicht wahrhaben." Zwei Dinge habe er für sich aus dem Geschehen mitgenommen. Erstens: "Wer die Gefahr erkennt, muss sofort zupacken. Also nicht einfach weitergehen und denken, da wird schon nichts sein." Und zweitens? "Wer hilft, darf nicht so schnell aufgeben. Der muss einfach dranbleiben, bis der Arzt kommt."

Offizielles Dankeschön


Ein lebloser Mensch im Wasser: "Das kommt zum Glück selten vor", sagt der Leiter der Thermenwelt, Kunz. Im aktuellen Fall habe der Mann wohl Glück im Unglück gehabt. "Je kühler das Wasser, desto besser." Bis zu 20 Minuten könne ein Mensch bei 19 Grad unter Wasser überleben. Zur Wiederbelebung durch seine Rettungsschwimmer sagt Kunz: "Das zeigt, unsere jährlichen Schulungen sind Gold wert." Ein offizielles Dankeschön an die Lebensretter aus der Sauna sowie an die beiden Rettungsschwimmer sprechen die Verantwortlichen der Stadtwerke am Donnerstagnachmittag aus.
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