Zweiter Anlauf für Züge
Oberpfalzbahn stellte neue Triebwagen vor

Gelb-blau sind die neuen Triebwagen, die die Länderbahn nach und nach auf die Gleise stellt. Sie werden zwischen Regensburg, Schwandorf, Weiden, Markredwitz, Eger und Hof unterwegs sein. Bilder: Huber (2)

Die Oberpfalzbahn will im April mit neuen Fahrzeugen auf die Schiene gehen. Etwa eineinhalb Jahre nach der Betriebsaufnahme fahren dann die ersten der insgesamt zwölf Triebzüge des Typs "Coradia Lint" auf der Strecke von Regensburg über Schwandorf und Weiden nach Marktredwitz. Im Betriebswerk in Schwandorf stellte Gerhard Knöbel, Vorstand des Betreibers "Die Länderbahn", die gelben Züge der Öffentlichkeit vor.

"Wir sind sehr stolz", sagte Knöbel. Denn Lieferant Alstom habe die ersten Exemplare innerhalb eines Jahres liefern können - und zwar einsatzbereit. Eigentlich wollte die Länderbahn schon im Dezember 2014 mit neuen Fahrzeugen starten. Doch mit den für 30 Millionen Euro neu bestellten Triebwagen "Link" des polnischen Herstellers Pesa gab es technische Probleme. Das Eisenbahn-Bundesamt hatte die Zulassung verweigert. Im Februar 2015 zog die Länderbahn die Notbremse und schickte die Triebwagen zurück ans Werk in Bydgoszcz. Der "Link" habe bis heute keine Zulassung bekommen, erklärte Knöbel. Mit dem "Lint" von Alstom setze die Länderbahn nun ein Fahrzeug ein, das in Deutschland bereits tausendfach unterwegs ist. Auch für Tschechien besitzt es eine Zulassung. Die Länderbahn möchte künftig über Eger und Selb bis nach Hof fahren.

Knöbel hofft, dass der "Lint" neue Kunden in die Züge lockt. "Wir müssen die Schwelle zum Eisenbahnfahren so niedrig wie möglich halten", erklärte er in Schwandorf. Zur niedrigen Schwelle gehört nicht nur ein behindertengerechter Einstieg durch Niederflurbereiche, sondern auch der Ticketverkauf ohne Aufpreis und Schaffner in allen Zügen. Neu sind zudem die Bildschirme in den Türbereichen, die Fahrgäste in Echtzeit über Anschlüsse informieren. Abhängig vom Streckenausbau können die "Lint"-Züge auch 20 Kilometer pro Stunde schneller fahren. Ein Exemplar kostet mehr als 3 Millionen Euro. Einen genauen Betrag nannte Knöbel nicht.
1 Kommentar
6
Katrin Zimmermann aus Eschenbach in der Oberpfalz | 03.03.2016 | 09:16  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.