Zweiter Kongress für Dentaltechnik an Hochschule
Zahnersatz vom PC

Die Digitalisierung revolutioniert die Arbeit in Zahnarztpraxen und in Dentallabors. Was künftig möglich sein wird, wollen OTH-Professor Dr.-Ing. Michael Wehmöller (rechts) und seine Master-Studenten bei einem Kongress vorstellen. Bild: sbü

Scanner statt Abdruck oder 3-D-Drucke: Die Digitalisierung hält auch beim Zahnarzt und dem Dentallabor zunehmend Einzug. Der Trend sei nicht mehr zu stoppen, sagen die Experten aus der Medizintechnik. Ein Kongress an der Hochschule widmet sich diesem Thema.

Zum zweiten Mal wird die OTH in Weiden zum großen Treffpunkt für Zahnmediziner und Dentaltechniker. Am Freitag, 10. Juni, ist sie Schauplatz für den "Kongress Dentaltechnik". Er widmet sich ausschließlich dem Thema Digitalisierung in der Zahnmedizin. Organisiert wird die Vortrags- und Ausstellungsveranstaltung am Institut für Medizintechnik der OTH. Master-Studenten haben unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Michael Wehmöller das Programm vorbereitet. Der Wissenschaftler stellte es jetzt zusammen mit den beiden Studenten-Vertreterrinnen Katharina Schmidt und Isabella Jentsch vor.

"Wenn die Bundesregierung davon spricht, dass Digitalisierung den Standort Deutschland revolutionieren wird, dann gilt dies auf jeden Fall auch für die Zahnarztpraxis und das Dentallabor", erklärte Wehmöller. Noch gebe es zwei Richtungen in der Zahnmedizin: die konventionelle, handwerkliche Technik einerseits - und den sich Schritt für Schritt ausbreitenden Einbau digitaler Techniken in die Behandlungsprozesse andererseits. Wobei die Richtung klar scheint: "In fünf bis spätestens zehn Jahren wird die konventionelle Zahnbehandlung weitgehend abgelöst sein." Dentallabors und Zahnärzte werden laut Wehmöller gezwungen sein, sich mit diesen modernen Verfahren auseinanderzusetzen. Schon heute sei deren Marktanteil auf circa 20 Prozent zu veranschlagen.

Der Einsatz digitaler Techniken werde zwar voraussichtlich das einzelne Produkt verteuern, habe für den Patienten aber zahlreiche Vorteile: "Weniger Falschbehandlungen, weniger Reparaturen und dadurch weniger Belastung für den Patienten." Vonseiten der Krankenkassen erwartet Wehmöller auch keine Widerstände, denn "diese fordern seit Längerem mehr Qualitätsstandards".

Im Kongress selbst handeln zwölf Vorträge das gesamte Spektrum digitaler Techniken in der Zahnmedizin ab. Unter anderem geht es um "Die abdruckfreie Praxis - Abformung mit dem Intraoralscanner", das anatomische Sofortimplantat oder auch um den 3-D-Druck in der Dentaltechnik. Themen sind zudem die elektronische Patientenakte, die Ultraschall-Zahnpflege oder der Datenschutz in der Arztpraxis.

Die Veranstaltung startet um 14 Uhr im Hörsaal 002 und endet gegen 19.15 Uhr mit einem "Get-together". Weitere Informationen können unter dental-kongress@oth-aw.de angefordert werden. Anmeldungen per E-Mail sind erwünscht.
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