Zweiter "Marihuana March" am Samstag
Bis die Socken qualmen

Schlagfertiger Hip-Hopper: Beim Konzert zum "Global Marijuana March" rappt "Kiste" auf Oberpfälzisch. Bild: hfz

Es hat sich schon was bewegt seit dem ersten "Marijuana March" vor einem Jahr. "Immer mehr Leute interessieren sich für unser Anliegen, treten uns offener gegenüber", meint Matthias Confal. Jetzt legt er nach: Für Samstag, 21. Mai, bläst der 43-Jährige zum zweiten "Global Marijuana March" in Weiden. Nach der Premiere 2015 mit etwa 150 Unterstützern rechnet er diesmal mit 200, die sich für die Legalisierung von Cannabis auf die Socken machen dürften.

Die Teilnehmer treffen sich um 12 Uhr auf dem OTH-Parkplatz, um sich eine Stunde später auf den Weg zu machen: über Friedrich-Ebert-Straße und Allee zu Christian-Seltmann- und Königsberger-Straße. Über die Frauenrichter- und die Weigelstraße Straße geht's zurück in die City. Die Strecke ist fünf Kilometer lang. Auf dem Oberen Markt beginnt gegen 16 Uhr eine Diskussion mit Franz Wolf vom Bayerischen Cannabis-Verband, Claudia Daniel vom "Cannabis Social Club Nürnberg", dem Weidener Cannabis-Patienten Dieter Bittner sowie Vorsitzendem Confal und Stellvertreter Peter Stiegler vom Weidener "Cannabis Social Club".

Hip-Hop und Reggae live


Um 18 Uhr wechselt der Schauplatz wieder in die Stockerhut: Hinter dem Sportheim "Anpfiff" bieten Händler auf einem Markt legale Hanfwaren an. Bei der "Benefiz-Aftershow-Party" im Heim selbst lassen es ab 20 Uhr Hip-Hop- und Reggae-Künstler rauchen: "Deepwalka" (ehemals "Dopewalka"), "Kiste", "Fortinho" und ein Überraschungsgast.

Seit September organisieren die 13 Aktiven des "Cannabis Social Club Weiden" (CSC) auf diesen Tag hin - doch leicht war's auch diesmal nicht. Im Rathaus, so Confal, sei er nach dem Buchbinder-Wanninger-Prinzip von Pontius zu Pilatus geschickt worden - "und keiner wusste Bescheid". Der CSC-Chef hatte den Eindruck: "Die wollen uns nicht." Nun muss er sich an Auflagen halten wie jene, dass bei der Podiumsdiskussion keine Stühle bereitgestellt werden dürfen. Offizieller Grund: Die Teilnehmer könnten sie als Wurfgeschosse benutzen. Die Polizei habe ebenfalls aus Sicherheitsgründen die ursprünglich vorgesehene Strecke verkürzt. Und zu schlechter Letzt sagten Teilnehmer an der Podiumsdiskussion ab, "darunter ein CSU-Politiker".

"Es ist schon besser geworden, aber viele haben halt immer noch ein Problem mit unserem Thema", stellt der Organisator fest. Was für ihn die Notwendigkeit eines weiteren "Marijuana March" nur unterstreicht. Übrigens: "Einige Teilnehmer wollen gar kein Cannabis konsumieren", weiß Confal. "Sie laufen aus Solidarität mit." Die 150 Marschierer 2015 bedeuteten immerhin einen bundesweiten Rekord. Weiden stach gar Veranstaltungsorte wie Berlin oder Stuttgart aus: "Wir waren die Stadt mit den meisten Teilnehmern - auf die Einwohnerzahl bezogen."
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