Zweites Soloprogramm „Entartete Kunst“ im Salute präsentiert
Matuschik dreht auf

Lästerte im "Salute": Matthias Matuschik. Bild: hfz

Rothenstadt. In Weiden fühlt er sich zu Hause, in Weiden dreht er immer besonders auf: Matthias Matuschik, Kabarettist und Radiomoderator. Mit seinem zweiten Satireprogramm "Entartete Gunst" traf er bei seinem Auftritt im Rockmusikclub "Salute" mal wieder den Nerv der Zeit. Das alles unter dem Motto: Nichts ist unterhaltsamer als das Leben selbst.

"Der politisch korrekte Wahn legt die ganze Welt lahm. Alle auf unserem Erdenball sind versucht, es allen recht zu machen", so Matuschik. Das führe zu aberwitzigen Komplikationen. Der Comedian benannte Gunst und Günstlinge, deckte Fallen auf und zeichnete ein Weltbild, das nur einen Schluss zulässt: Werdet endlich wie er! So erfuhren die Zuschauer beispielsweise, dass es in den 80er Jahren völlig gängig war, Schildkrötensuppe zu essen, während der Trend heute dahin geht, vegan zu leben. Dabei seien die Veganer letztlich nur zu blöd zum Jagen. Manche seien inzwischen schon so vegan, dass sie noch nicht mal mehr Filme mit Kevin Bacon schauen.

Hauptsache tätowiert


Ernst wurde es dann beim Thema Flüchtlinge. Hier herrschte bei Matuschik, selbst "Flüchtling der dritten Generation", den ganzen Abend lang großes Unverständnis, wenn es um deren Versorgung und die Finanzierung geht. Dass die Stiftung Warentest beispielsweise Bäckertüten testet oder es Glitzer für den Stuhlgang gibt - auf die Selfies war er schon gespannt -, konnte er nicht nachvollziehen. Selbst im Privaten: Angeblich ist kein Geld für Flüchtlinge da, dabei seien so viele tätowiert, die dann, wenn aus Max Moritz geworden ist oder sie erkannt haben, dass das chinesische Schriftzeichen Rauhaardackel heißt, auch noch das Geld fürs wesentlich teurere Weglasern haben.

Nach rund zwei Stunden spitzzüngigen Programms über den Thermomix und seinen Aldi-Klon, Lästereien über BMW-Dreizylindermotoren, Fußgängerairbags und kuriose Zeitschriften sowie politische Querschläge für Seehofer, Merkel und von der Leyen erhielt der 51-Jährige im gut besuchten "Salute"-Saal viel Applaus, den er mit einer Zugabe eines selbst geschriebenen Liedes honorierte - er fühlte sich einfach in Weiden wohl.
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