Zwischenbilanz am Schausteller-Frühschoppen
Sportliche Konkurrenz

OB Kurt Seggewiß und Schützenmeisterin Carola Girisch gratulieren Jürgen Ulrich (Mitte). Bild: Wilck

"Sind wir Opfer von Olympia?" Das fragt sich Carola Girisch, Veranstalterin des 118. Volks- und Schützenfestes in Weiden. "Es könnten mehr Leute kommen", findet die Schützenmeisterin. Nach dem ersten Fest-Wochenende zieht sie gemeinsam mit Schaustellern und Stadträten Zwischenbilanz.

Warum das Volksfest weniger Besucher lockt, können die Veranstalter der Feuerschützengesellschaft Weiden nur vermuten. Liegt es an der Urlaubszeit, der Hitze oder an Konkurrenzveranstaltungen? Trotz zwei neuen Attraktionen, der Oldtimer-Parade und dem historischen Brauwagen, trotz Werbung mit Plakaten und in Medien sind die Besucherzahlen rückläufig. Der bisher stärkste Abend war am Samstag.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß freut sich dennoch über das Volks- und Schützenfest. "Es ist eine traditionsreiche Veranstaltung", bemerkt er. Besonders in Zeiten von Anschlägen und Terror sei es "schön, wenn nichts Besonderes zu vermelden ist". Das Schützenfest solle weiterhin ein fröhliches und friedliches Fest bleiben. In puncto Sicherheit lässt der beim Schausteller-Frühschoppen entschuldigte Polizeisprecher Thomas Fritsch ausrichten: "Alles ruhig."

Ängste der Schausteller


Roland Sonntag ist Schausteller in der fünften Generation. Er hat Bedenken, seine Unkosten für Platzmiete und Strom decken zu können. Seiner Meinung nach liegt die Ursache in der Werbung: "Es ist das älteste Volksfest hier, man sollte die Tradition des Schützenfestes anpreisen", meint der Passauer. Das vielfältige Angebot komme auf dem Plakat nicht rüber, findet der Inhaber des Fahrgeschäfts "Supergaudi". Schützenmeisterin Girisch zeigt Verständnis: "Mir tut es leid, wenn ich sehe, dass der Platz und die Fahrgeschäfte nicht voll sind." Die Frage bleibt offen, wie sich die Besucher auf das Schützenfest locken lassen. "Ich kann sie nicht mit dem Lasso einfangen", sagt Girisch. Und: "Warten wir den Kindertag am Mittwoch ab."

"Es wird gegessen"


Für 20 Jahre ununterbrochene Beschickung des Volksfestes Weiden wird Jürgen Ulrich geehrt. "Eigentlich bin ich schon 30 Jahre dabei", erklärt er. Einen Sommer musste er wegen Terminüberschneidungen aussetzen. Trotzdem ist der 50-Jährige überrascht: "Wie die Zeit vergeht ..." Der gebürtige Fürther hat viele Stammkunden in Weiden, die seinen Crêpes- und Baguette-Stand besuchen. Er kann sich nicht beklagen. "Es wird gegessen", sagt er zufrieden.

Ulrich erinnert sich genau an seine erste Saison. Damals hatte er einen Stand mit Spielwaren und Luftballons: "1986 heiratete ich meine Frau, im Sommer 1987 war ich das erste Mal als Schausteller in Weiden." Heute hat er die Spielwaren aufgegeben. Seit 1992 betreibt er Verkaufsstände für Crêpes und Baguettes. "Das hat gleich funktioniert", freut sich der 50-Jährige. Er setze auf Qualität und probiere gerne neue Sorten aus.
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