Nun Klarheit
Wöhrl schließt vier Filialen

Das Modehaus Rudolf Wöhrl will mit einer Sanierung in Eigenregie eine drohende Insolvenz verhindern. Dazu sollen vier Filialen geschlossen werden. Bild: dpa

Schon seit längerem setzt Modehäusern in den Innenstädten der Online-Handel zu. Von den Problemen blieb auch Wöhrl nicht verschont. Mit einem Doppelschlag will das Management nun die Firma wieder flott machen. Ganz ohne Jobverlust geht das nicht.

Nürnberg. Die wirtschaftlich ins Trudeln geratene Modehauskette Wöhrl soll mit der Schließung von 4 der 34 Filialen wieder flott gemacht werden. Damit sind weniger Standorte betroffen als angenommen. Zunächst hatte der Vorstand die Schließung von sechs bis zehn Filialen als notwendig erachtet. Mehrere weitere Filialen würden umfassend modernisiert, teilte die Wöhrl-Unternehmensgruppe am Donnerstag in Nürnberg mit. Betroffen von der Schließung seien die Wöhrl-Häuser im Nürnberger Frankencenter, im Münchner PEP-Einkaufscenter, in der mittelfränkischen Kreisstadt Roth und am Potsdamer Platz in Berlin, heißt es in einer Mitteilung.

146 Mitarbeiter betroffen


Von dem Aus der Filialen seien 146 der 2000 Beschäftigten betroffen. Die betroffenen Mitarbeiter würden in den kommenden Wochen ihre Kündigung erhalten. "Zugleich wird ihnen die Möglichkeit eingeräumt, sich auf freie Stellen in benachbarten Filialen zu bewerben", teilte die Unternehmensgruppe weiter mit. Die Schließungen sollten im Laufe der kommenden sechs Monate erfolgen. "Das operative Geschäft in den Modehäusern wird bis zur jeweiligen Schließung ohne Einschränkungen und mit dem aktuellen Sortiment weiterlaufen", hieß es weiter.

Bei einer Prüfung habe sich herausgestellt, dass die vier von der Schließung betroffenen Wöhrl-Häuser auch mit gezielten Maßnahmen nicht hätten profitabel gemacht werden können, heißt es in der Mitteilung. Bei anderen weniger profitablen Standorten in Süd- und Ostdeutschland beobachte das Management die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Häuser.

Häuser modernisieren


Doch für einige zur Disposition stehende Filialen gebe es durchaus Perspektiven, sagte ein Unternehmenssprecher. Um sie attraktiver und damit rentabler zu machen, sollen insgesamt acht Wöhrl-Häuser in den kommenden Monaten modernisiert werden. Dazu gehören neben dem Mutterhaus in der Nürnberger Altstadt auch Filialen in Würzburg, Passau, Straubing, Landshut und Regensburg. Die Eigentümerfamilie sucht einen Investor. Zur Zeit würden Gespräche mit mehreren Interessenten geführt. "Die Unternehmensgruppe braucht Kapitalzufluss. Ziel der Familie Wöhrl ist es, die Wöhrl-Gruppe als Ganzes und damit auch die Arbeitsplätze zu erhalten", sagte der Sprecher.

Die wachsende Konkurrenz des Onlinehandels hatte Wöhrl zugesetzt und zunehmend Umsatz gekostet. Auch Managementfehler hatten den Nürnberger Modefilialisten zuletzt in eine Schieflage gebracht.

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