145 Millionen Euro verschlingt Weidens größte Baustelle
Megal drückt aufs Gas

Die Erweiterung der Megal-Gasverdichterstation ist die derzeit größte Baustelle in Weiden. 145 Millionen Euro werden investiert. Der Großteil davon wird für die technische Ausstattung benötigt. Bild: hfz/Open Grid Europe
 

Die größte Baustelle in Weiden liegt nicht im Zentrum, sondern weit vor den Toren der Stadt. Bei Rothenstadt verbaut die Megal stattliche 145 Millionen Euro, und zwar in die Erweiterung der Gasverdichterstation. Selbst die Investitionen für die Stadtgalerie erscheinen dagegen fast wie ein Klacks.

Die Baustelle zwischen Rothenstadt und Etzenricht erstreckt sich auf einer Länge von etwa 350 Meter und ist bis 230 Meter breit. Hinzu kommen noch die Einrichtungs- und Lagerflächen. "Die Stationserweiterung wird später eine Fläche von etwa 4 Hektar einnehmen", bestätigt Helmut Roloff von Open Grid Europe. Die Stahlbeton-Fertigteile für die Betriebsgebäude und Maschinenhallen liefert die Weidener Firma Ketonia.

Berge versetzt


Betreiber und Eigentümer der Anlage ist die Megal, die Mittel-Europäische Gasleitungsgesellschaft, ein Gemeinschaftsunternehmen von Open Grid Europe, dem größten deutschen Ferngasnetzbetreiber und GRTgaz Deutschland, einer Tochter der französischen Gastransportfirma GRTgaz. Open Grid Europe ist mit Planung und Ausführung des Projekts sowie mit dem Betrieb der bereits bestehenden Anlage beauftragt.

Die Planung für die Anlage läuft bereits intensiv seit 2014, berichtet Roloff. Im März 2016 begannen die vorbereitenden Hoch- und Tiefbauarbeiten. Momentan befinden sich täglich rund 50 Mitarbeiter auf der Baustelle, um einen zügigen Ablauf zu gewährleisten. Insgesamt wurden über 75 000 Kubikmeter Erde ausgehoben, um das Gefälle der Baufläche zu nivellieren. Auf den starken Fundamenten wachsen bereits die Maschinenhallen. Der Großteil der Investitionssumme fließt natürlich in die technische Ausstattung der Gasverdichteranlage Rothenstadt, die an den drei großen Ferngasleitungen liegt, die aus dem Osten (von Waidhaus) kommend, russisches Erdgas nach und durch Deutschland leiten. In Rothenstadt führt eine weitere Abzweigung nach Süden. Die Leitungen der Ost-West-Verbindung haben gewaltige Durchmesser von bis zu 1.2 Metern und sind maximal für einen Druck von bis zu 85 Bar ausgelegt.

Druck erhöhen


Kernstück der Station sind die Verdichtereinheiten, die eine Druckerhöhung des Gases bewirken und damit den im Leitungsverlauf auftretenden Druck- und Abnahmeverluste entgegenwirken. Zum Antrieb der Verdichter werden die ebenfalls zum Kernstück der Anlage zählenden Gasturbinen benötigt. Die Turbinen werden dabei wiederum direkt mit Erdgas aus der Gaspipeline befeuert. Für die Erweiterung werden drei Maschinen mit einer Leistung von je 15 MegaWatt beschafft, was pro Gasturbine einer Leistung von etwa 125 VW Golf mit 120 PS beträgt.

Gas für Österreich


Sinn und Zweck der Erweiterung der bestehenden Verdichterstation ist die Erhöhung der Überspeisekapazität in das Gasnetz der "bayernetz" und die Versorgung der Österreichischen Gasspeicher 7Fields und Haidach. Die Notwendigkeit zum Ausbau ist beim bundesweiten Planungsverfahren, dem Netzentwicklungsplan (NEP Gas), den die Netzbetreiber mit der Bundesnetzagentur erstellen, ermittelt worden.

Mit dem Bau einer industriellen Anlage ist ein aufwendiges behördliches Prüfverfahren verbunden. "Eine einfache Baugenehmigung reicht hier nicht aus", stellt Roloff fest. Das Haupt-Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz wurde mit dem Umweltamt der Stadt Weiden durchgeführt. Umfangreiche Untersuchungen und Nachweise mussten erbracht werden, um eine negative Beeinflussung von Anwohnern und Umwelt auszuschließen. Die Anlage ist seit 29. September genehmigt.

Die Bauausführung wird noch bis Anfang 2018 anhalten. Ende 2018 soll das Projekt abgeschlossen sein.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.