199 Teilnehmer an der Sommergesellenprüfung in 13 verschiedenen Ausbildungsberufen
Prüfungsmarathon im Handwerk

Hochbetrieb und hochkonzentriertes Arbeiten in der Ausbildungswerkstatt der Friseure im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer in Weiden: Einen ganzen Tag lang müssen die angehenden Friseurinnen ihr Können bei der praktischen Gesellenprüfung beweisen. Bild: sbü

Drei Jahre lang hatten sie Zeit, zu lernen. An wenigen Tagen müssen sie jetzt beweisen, dass sie den Gesellenbrief verdienen. Da sind auch gute Nerven gefordert.

In der Kreishandwerkerschaft in Weiden herrscht derzeit Hochbetrieb. 199 Teilnehmer in 13 verschiedenen Ausbildungsberufen absolvieren die schriftlichen Gesellen-, Theorie- und Praxisprüfungen. Prüfungsorte sind auch die Europaberufsschule in Weiden sowie die Berufsschule und die Metzgerei Specht in Grafenwöhr. "Wir haben annähernd dieselbe Zahl von Prüfungsteilnehmern wie im Vorjahr", berichtet Katharina Tippmann von der Kreishandwerkerschaft.

Tippmann hat große Teile des Prüfungsmarathons organisiert. Begonnen hatte alles noch in den letzten Juni-Tagen mit der praktischen Abschlussprüfung für Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk-Bäckerei. Anfang Juli folgten die Theorieprüfungen für Friseure, Schreiner und Fachpraktiker für Holzverarbeitung. Am meisten Geduld müssen die Schreiner aufbringen. Sie sind als letzte im Prüfungsregen erst am Monatsende mit der praktischen Gesellenprüfung an der Reihe.

Ein Friseur dabei


Unsere Redaktion durfte bei der praktischen Gesellenprüfung Friseur zuschauen. Nach den Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk- Metzgerei mit 29 Teilnehmerinnen und nach 26 Maurern bilden 24 zukünftige Friseurinnen und 1 Friseur die drittgrößte Gruppe unter allen Ausbildungsrichtungen, die am Standort Weiden geprüft werden. Die praktische Friseurprüfung dauert 8 Stunden. Zuerst muss ein Herrenhaarschnitt, dann ein Damenhaarschnitt gefertigt werden. Die Modelle werden von den Auszubildenden mitgebracht, erläutert Tippmann.

Es schließen sich ein Fachgespräch und eine sogenannte dauerhafte Umformung, meistens auch Dauerwelle genannt, an. Alle Arbeiten und Leistungen werden von einer Prüfungskommission bewertet, bestehend aus jeweils einem Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter sowie einem Fachlehrer. Für die Friseurprüfung sind dies Christian Quast (Arbeitgeber), Sabine Schuller (Arbeitnehmer) und Ingrid Wolkersdorfer (Fachlehrerin). Wir treffen die drei gerade beim "Nachmessen der Exaktheit des Damenhaarschnitts" an.

Bei den Friseuren gibt es dann eine Gesamtnote, bei anderen Abschlüssen oftmals eine Theorie- und Praxisnote. Die Prüfungsaufgaben werden entweder vom jeweiligen Innungsverband oder von der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz einheitlich erstellt.

Ganz besonders freut man sich bei der Handwerkskammer über die Zahl der jungen Frauen unter den Bäcker-Azubis. Sieben waren es im vergangenen Jahr, diesmal sind es sogar 11. Allerdings hat die Gesamtzahl der Prüfungsteilnehmer im Bäckerberuf von 28 auf jetzt 23 abgenommen. Genau halbiert auf nur noch 9 Kandidaten hat sich gegenüber dem Vorjahr die Zahl der Prüfungsteilnehmer bei den Malern und Lackieren. Fast umgekehrt verlief es bei den Zimmerern mit jetzt 17 gegenüber 9.

Wo Fachkräfte fehlen


Eine Steigerung gab es auch in einer Ausbildungsrichtung, in der besonders großer Fachkräftemangel herrscht. Bei den Elektronikern, Fachrichtung Automatisierungstechnik, wuchs die Zahl der Prüfungsteilnehmer von 13 auf 19. Doch könnte der Arbeitsmarkt in diesem, ähnlich wie auch in den meisten Bau- und Baunebenberufen, ein Vielfaches der jetzigen Teilnehmerzahlen aufnehmen.
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