Ausbildung über Grenzen hinweg
Gipfeltreffen von Handwerk und Gewerkschaft

Sie funken auf einer Wellenlänge (von links): Helmut Fiedler, Peter Hofmann, Joachim Behrend, Petra Hoffmann, Petr Arnican und Christian Dietl.

Um Ausbildungsplätze ging es ebenso wie um den Mindestlohn und die Beteiligung der Arbeitnehmer in der Selbstverwaltung der Handwerkskammern: Zu einem Gedankenaustausch besuchten Kreishandwerksmeister Joachim Behrend und Petra Hoffmann von der Kreishandwerkerschaft den Nordoberpfälzer DGB mit Stadtverbandsvorsitzendem Helmut Fiedler, Regionsgeschäftsführer Christian Dietl, Regionssekretär Peter Hofmann und Projektsekretär Petr Arnican.

Hilfreich bei der Zusammenarbeit ist laut Behrend, dass die Selbstverwaltung der Handwerkskammern zu einem Drittel aus Arbeitnehmervertretern besteht und auch zwei der vier Vizepräsidenten der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz Arbeitnehmer sind. Wichtig sei, dass Arbeitgeber und -nehmer stets ernsthaft versuchten, Kompromisse zu finden, damit sich Handwerksbetriebe wie auch deren Arbeitnehmer in den Beschlüssen wiederfinden können.

Thema war auch der Mindestlohn und seine Auswirkungen auf die Handwerksbetriebe. Christian Dietl meinte dazu, in manchen Handwerksbereichen seien Verbesserungen spürbar, aber für qualifizierte Fachkräfte würden vielfach wesentlich höhere Entgelte bezahlt. Eine hitzige Diskussion, wie sie vor der Einführung des Mindestlohns entbrannt war, könne er derzeit nicht mehr wahrnehmen. Die Arbeitgeber sollten ein Interesse daran haben, den Wettbewerb nicht auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen.

Zur Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt hieß es, gerade in Bereichen des Nahrungsmittelhandwerks würden noch geeignete Bewerber gesucht. Ein Lösungsansatz wäre eine grenzüberschreitende Ausbildung mit Jugendlichen aus Tschechien. Fiedler merkte an, dass dies Sprachunterricht und pädagogische Begleitung außerhalb der Ausbildung bedingen könne. Ein weiterer Gesprächspunkt: die Meisterpflicht im Handwerk und der Erhalt des Ausbildungsniveaus. Laut Agenda 2010 benötigt man seit 10 Jahren in 53 Handwerksberufen keinen Meistertitel mehr, um sich selbstständig zu machen. Jetzt boomten die befreiten Branchen - wobei aber viele Betriebe wieder vom Markt verschwunden seien, auch aufgrund mangelnder Qualität. Behrend und die DGB-Vertreter waren sich einig, dass die Meisterpflicht erhalten werden soll, nicht zuletzt um Arbeitsplätze zu sichern. Das Ausbildungsniveau dürfe nicht abgesenkt werden.
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