Bauausschuss Weiden: Uneinigkeit über neues Gesicht der Stadt
Materialschlacht um Stadtgalerie

Selten war die Mappe für einen Tagesordnungspunkt im Bauausschuss so dick. Aber der Bebauungsplan Nr. 310 "Stadtgalerie Weiden", den die Stadträte am Donnerstag diskutieren, ist ja auch alles andere als ein normaler Plan.

Beim Projekt des Münchener Investors Fondara geht es um nichts anderes als um ein neues Gesicht für weite Teile der Innenstadt. Baudezernent Dipl. Ing. Hansjörg Bohm ist denn auch froh, dass es nach zweijähriger Überzeugungsarbeit gelungen sei, den Fondara-Leuten die Angst vor einem Architektenwettbewerb zu nehmen. "Eine erfreuliche Entwicklung."

Nicht nur Fassade

Bohm erwartet sich von den sechs eingeladenen Büros ein Ergebnis, "das sich bestimmt sehen lassen kann". Als sehr hoch stuft der Baudezernent auch die Kompetenz der Preisrichter ein. Insgesamt spricht Bohm von einem hochkarätigen Wettbewerb in der Art, mit der Weiden in den vergangenen Jahren nicht unbedingt verwöhnt worden sei. Und er vermeidet den Zusatz Fassade, spricht lieber von einem Wettbewerb über das äußere Erscheinungsbild der Stadtgalerie.

Am Donnerstag im Bauausschuss aber steht erst einmal der Bebauungsplan für das gesamte Areal zwischen Weißenburgstraße, Ring-, Wolfram- und Luitpold- sowie Sedanstraße zur Diskussion. Die Zahl der Einwendungen sei riesig, erläuterte Bohm gegenüber dem "Neuen Tag". Allein die Abwägungen umfassen 99 Seiten, weit mehr als sonst in einem Bebauungsplanverfahren. Der Baudezernent spricht von einer "Materialschlacht".

Ziemlich breite Einigkeit herrscht dem Vernehmen nach inzwischen über die Nutzung der zusätzlichen Flächen, die durch den erzwungenen Verzicht auf das neunsälige Lichtspieltheater freigeworden sind. Sie sollen als Verkaufsflächen integriert werden. Diese summieren sich dann auf 14 000 Quadratmeter.

Kino weiter im Gespräch

Das Kino innerhalb der Stadtgalerie wird es zwar nicht geben, das Projekt aber wird weiterverfolgt. Auch der Bayreuther Investor zeigt nach wie vor Interesse am Standort Weiden. Nicht auf der grünen Wiese soll es entstehen, sondern in einer Lage, in der es ebenfalls die Innenstadt stärken soll.
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