Bayerische Architektenkammer lädt zur Podiumsdiskussion zum Umgang mit Bauten der Jahre 1950 ...
Konservieren, interpretieren, umwandeln

Dr. Lutz Rittmann ist als Jurist auf dem Podium gefragt. Bild: Huber
 
Architekt Karlheinz Beer führt in die Diskussion ein. Bild: hfz

Diese Podiumsdiskussion ist wie gemacht für die Stadt Weiden und ihre Bürger, die ihre Bauten aus den letzten 65 Jahren sanieren müssen: Die Bayerische Architektenkammer lädt für Dienstag, 19. Juli, um 19 Uhr ins Internationale Keramik-Museum ein. Dabei präsentiert sie drei Strategien, die ihre Fachleute für den Umgang mit alten Bauten entwickelt und publiziert haben.

In Deutschland sei die Arbeit mit dem Gebäudebestand längst zur wichtigsten architektonischen Aufgabe geworden, erklärt Oliver Heiss von der Bayerischen Architektenkammer, der den Abend moderiert. Der Weidener Architekt (und CSU-Stadtrat) Karlheinz Beer, seit kurzem zweiter Vizepräsident der Bayerischen Architektenkammer, wird in die Thematik einführen. Auf dem Podium diskutieren OB Kurt Seggewiß, Günther Kamm (Geschäftsführer der SGW Stadtbau), Rechtsanwalt und "Bau-Jurist" Dr. Lutz Rittmann sowie Peter Brückner vom Tirschenreuther Architekturbüro Brückner & Brückner..

"Es geht um Rückbau, Verkleinerung, um die Revitalisierung, Umnutzung oder Ergänzung des Vorhandenen", erklärt Oliver Heiss, der damit besonders die Bauten der Jahre 1950 bis 1975 betrachtet. "Für die Gestaltung unserer Zukunft muss das Bestehende als eine der wichtigsten kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und architektonischen Ressourcen erkannt werden."

Fachliche Begleitung


Die Veröffentlichung "Konservieren, interpretieren, transformieren" der Bayerischen Architektenkammer schlage drei Strategien vor, um mit diesen Fragen umzugehen und erläutert die Prinzipien an einer Vielzahl von Beispielen. "Es soll am Dienstag darüber gesprochen werden, welche Bedeutung kulturelle Identifikationsorte für die Stadtentwicklung haben, welche Möglichkeiten Transformationsprozesse bieten, sowie über Qualitätssicherungswerkzeuge wie Gestaltungsbeiräte, Wettbewerbsverfahren und die Bedeutung der fachlichen Begleitung."

"Saxa loquuntur - Die Steine sprechen." Mit dieser Phrase werde eindringlich beschrieben, wie markant sich unsere bauliche Umgebung in unserem Gedächtnis verfestigt, wie sehr wir den Begriff "Heimat" mit Orten, Räumen, Gebautem verbinden, meint Heiss. Durch das Gebaute werde es nicht nur möglich, Verständnis für Geschichtliches aufzubauen, sondern tatsächlich mit der Geschichte in Kontakt zu treten.

Unter "Konservieren" sei eine Anpassung und Weiternutzung mit maximaler Nutzung der bestehenden Substanz, möglichst geringem Eingriff und nahezu keiner Ergänzung zu verstehen, so Heiss. Ein Vorgehen, das - ohne dass dazu eine Pflicht bestünde - einem denkmalgerechten Umgang sehr nahe kommt.

Unter einer "Interpretation" ist eine Weiterentwicklung zu verstehen, die zwar bauliche Ergänzungen, Veränderungen und Erweiterungen beinhaltet, allerdings Dinge hinzufügt, die den Wert des Bestands nicht schmälern, sondern ergänzen.

Mit einer "Transformation" ist die vermutlich stärkste gestalterische Veränderung eines bestehenden Objekts verbunden. "Allerdings auch die größte inhaltliche Nähe zu den ehemaligen Urhebern. Sie stellt den Versuch dar, mit den Absichten der Ursprungsverfasser eine zeitgemäße Antwort auf aktuelle planerische Notwendigkeiten zu geben."
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