Bayerisches Zimmerer- und Holzbaugewerbe tagt zwei Tage lang in Weiden
Baumstarker Baustoff

Gut gezimmerte Kalauer: Toni Lauerer sorgte für Lacher.
 
Da war Musik drin - oder auch dahinter: Für ihr Engagement um die Zunft erhielten (von links) Peter Loy und Alexander Gumpp (rechts daneben) die silberne Ehrennadel des Bayerischen Zimmereihandwerks. Eine 1000-Euro-Spende übergab Präsident Peter Aicher an den Förderverein St. Sebastian, vertreten durch Karl Arnold. Mit dabei: Albert Schuller, Stadtrat Karl-Heinz Schell und Festredner Karlheinz Beer. Bilder: Kunz (2)

Sie sind auf dem Holzweg - doch das ist in diesem Fall alles andere als schlecht. Schließlich feiern die Mitglieder des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes ihren Rohstoff als umweltschonend, günstig und zukunftsweisend.

"Die Auftragslage weist nach oben", freute sich der Präsident des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes, Peter Aicher, am Freitagabend bei einer Festveranstaltung seiner Zunft in der Max-Reger-Halle. "Wir haben ein Wachstumspotenzial, das wir auch nutzen und das sich auch in der Qualität unserer Lehrlingsausbildung zeigt." Die Priorität liege in der Ausbildung - "hierin sind wir in Bayern bundesweit führend". Natürlich werde versucht, die positive Ausbildungslage im Zimmerer- und Holzbaugewerbe auf die anderen Bundesländer auszuweiten. Alle Projekte, die Aicher in seinem Ausblick aufzählte, wie Musterbau-Innung, Data-Holz, Forschung und Entwicklung sowie sämtliche Praxisregeln, dienten nicht zuletzt dazu, der von der Weltklimakonferenz eingeläuteten Ressourcenwende entsprechend Rechnung zu tragen. "Das kann der Baustoff Holz."

In der nachhaltigen Bewirtschaftung erlange man "den" CO2-Speicher schlechthin. "Mit unserem Holz haben wir durchaus die Möglichkeit, auch im Mehrgeschossbau im urbanen Bereich mitzuwirken." Und: "Wir arbeiten mit dem Holz der kurzen Wege, mit unseren Nadelhölzern, aber auch mit der Buche, um der Bio-Diversität Rechnung zu tragen." Immerhin seien 60 Prozent der Wälder reine Buchenwälder. "Ein supergutes Holz."

Vorbild Österreich


Mit Blick auf seinen ebenfalls nach Weiden angereisten österreichischen Amtskollegen Hermann Atzmüller bedauerte Aicher, dass im Nachbarland die politischen Voraussetzungen für das Holzhandwerk ungleich günstiger seien als in Deutschland. "Dort wird das mehr anerkannt als bei uns. Aber wir ziehen stark nach." Bayern habe parteiübergreifend die Nachhaltigkeit des Rohstoffes Holz vor dem Hintergrund des Weltklimagipfels in Paris anerkannt. "Und die Parteien wissen natürlich, dass die kleineren Betriebe die Schnellboote der Wirtschaft sind."

Die Festrede beim Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbetag hielt Architekt und CSU-Stadtrat Karlheinz Beer. Der holte weit aus und erinnerte an die ersten architektonischen Aufzeichnungen unter dem Römer Vitruv im Jahr 33 vor Christus. Ferner betonte er die Liebesheirat zwischen Handwerkern und Architekten. Mit Holz erziele man eine hervorragende Ökobilanz. Es sorge für angenehmes Raumklima und sei kostengünstig. SPD-Stadtrat Karl-Heinz Schell überbrachte die Grüße von OB Kurt Seggewiß. Er bezeichnete Holz als Bausubstanz des Jahrtausends. Das Zimmerei- und Holzgewerbe werde in der Stadt Weiden und darüber hinaus hoch geschätzt. Die niedrige Zinspolitik sorge für volle Auftragsbücher. Leider mache dies den bürokratischen Druck nicht wett.

Im Foyer präsentierte sich der Fachhandel mit einer kleinen Messe auch für die Bevölkerung. Bei der Feier spielte die Richard-Wagner-Combo. Als Stargast fungierte Toni Lauerer. Dem Publikum erklärte er seine Not beim Internisten, der bei ihm eine Darmspiegelung vorgenommen hat. Ferner seine Verachtung für Altersgenossen, die ihm, dem gefühlten 25-jährigen, mit ihren ständigen Krankheitsgeschichten auf die Nerven gingen.
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