Bayern-LB kehrt zurück zu den Wurzeln: Zusammenarbeit mit der Sparkasse Oberpfalz Nord läuft gut
"Mehrwert" für die Sparkassen

Die Begleitung der mittelständischen Firmen steht in ihrem besonderen Fokus: Dr. Edgar Zoller, Vize-Chef der Bayern-LB, und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Oberpfalz Nord, Ludwig Zitzmann (von links). Bild: Götz

Nach unrühmlichen Milliarden-Verlusten kehrt die Bayern-LB zurück zu den Wurzeln, nämlich zum Geschäft in der Region - und zur Rolle als Dienstleister für die Sparkassen. Die Zusammenarbeit mit der Sparkasse Oberpfalz Nord läuft besonders gut.

Die Bayern-LB ist einer der größten Edelmetall-Großhändler Deutschlands. Beim Handel mit Gold und Münzen nimmt die Sparkasse Oberpfalz Nord eine führende Rolle ein. Sie ist hier - in Relation zu ihrer Größe - sogar die Nummer Eins als Partner für die Bayern-LB unter den 71 selbstständigen Sparkassen im Freistaat. "Wir haben den klassischen Münzhandel und das Geschäft mit dem physischen Gold auch dann gepflegt, als sich andere zurückgezogen haben", sagt Ludwig Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberpfalz Nord. Rund 400 verschiedene Gold- und Silberprodukte befinden sich im Portfolio.

"Restrukturierung"

Bei seinem Besuch in Weiden bezeichnet Edgar Zoller, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bayern-LB, den Handel mit Gold als ein Geschäft, das ein sehr spezifisches Know-how erfordere: "Es ist ein einfaches Produkt, das man versteht und bei dem man nicht lediglich Geld in Geld investiert; es ist somit eine echte Anlagealternative zu wesentlich volatileren Finanzprodukten." Eine Prognose zur Entwicklung des Goldpreises trifft der Vize-Chef der Bayern-LB jedoch nicht, eher schon für die Zinsen: "Sie werden mittelfristig aufgrund der expansiven Geldpolitik der EZB sehr niedrig bleiben." Seit dem Krisenjahr 2009 halbierte sich nahezu die Bilanzsumme der Bayern-LB von 420 auf 225 Milliarden Euro. Dafür erwirtschaftet sie wieder Gewinn: Im ersten Halbjahr 2015 belief sich das Betriebsergebnis (vor Steuern) auf 433 Millionen Euro. Dazu trug maßgeblich die Konzentration auf das Kundengeschäft bei. Die Bayern-LB stellte sich nach einer Restrukturierungsphase neu auf. Zoller prognostiziert einen zunehmenden Wettbewerb unter den Banken um ertragreiches Geschäft und erwartet in den nächsten Jahren eine weitere Konsolidierung innerhalb der deutschen Bankenlandschaft.

Gemeinsame Kunden

Neben den Geschäftsfeldern Firmenkunden und Immobilien sieht die Bayern-LB ihre "Mehrwert bringende Funktion" in der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Sparkassen, etwa mit einer bayernweiten Plattform zur Unternehmensnachfolge: einerseits verkaufswillige Unternehmen und andererseits kaufbereite Investoren zusammenzubringen. Allein in der nördlichen Oberpfalz sind 500 Gesellschafter älter als 55 Jahre. Oder von München aus Spezialwissen für Zins- und Währungssicherung, Auslands- und Projektfinanzierungen, Schuldschein-Darlehen "vor Ort nutzbar zu machen". Mit der Größe der Unternehmen wächst die Begleitung durch die Bayern-LB bei Finanzierungen: in der Regel bei Krediten, die "wesentlich höher" als fünf Millionen Euro sind.

Als gelungene Beispiele für die Kooperation von Bayern-LB und Sparkasse Oberpfalz Nord nennen Zoller und Zitzmann die gemeinsamen Kunden Hamm AG (Tirschenreuth) und BHS Corrugated (Weiherhammer). Zitzmann und sein Vorstandskollege Hans-Jörg Schön betonen die mittelstands- und gewerbeorientierte Ausrichtung ihres Geldinstituts. Mit einer Ausleihquote von weit über 80 Prozent der Bilanzsumme steht für sie das "Kreditgeschäft am Kunden" im Vordergrund.

"Eigenanleihen waren noch nie unser Job. Gerade bei niedrigen Zinsspannen sind Sparkassen, die sich immer um ihre Kunden gekümmert haben, in einer strategisch besseren Position", meint Zitzmann.
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