Bayernwerk präsentiert Elektrotankstelle bei Netzcenter
"Impuls für E-Mobilität"

Vor einer Reihe von Mandatsträgern präsentierte das Bayernwerk seine E-Tankstelle in der Moosbürger Straße. Wie die Aufladung funktioniert, demonstrierte Stefan Schönberger (vorne, rechts) den Gästen. Bild: Schönberger

Aus zwei werden drei: In Weiden gibt es eine weitere öffentliche Elektrotankstelle, beim Bayernwerk-Netzcenter. Technisch ist sie laut Unternehmen auf dem Stand der Zeit, ein paar Nachteile hat sie aber. Dennoch präsentiert sie der Netzbetreiber als realistischen Schritt in die Zukunft.

Gratis und zentral: Das gilt bei den zwei bisherigen öffentlichen E-Tankstellen im Naabwiesen-Parkhaus und bei der Raiffeisenbank. Wer dort sein Auto auflädt, zahlt nichts für den Strom. Und während der Wartezeit kann man zu Fuß in die Innenstadt. Anders bei der dritten Ladestation, die nun am Parkplatz des Netzcenters in der Moosbürger Straße bereitsteht. Zentral liegt sie nicht. Außerdem hat sie ein Bezahlsystem integriert. Tanken kostet hier.

Aber ein reines Gratisangebot wäre auch "kaum im Sinne des Erfinders", erklärt Alexander Radlbeck, stellvertretender Leiter der Region Oberpfalz beim Bayernwerk. Anders ausgedrückt: Wenn einmal wirklich viele E-Autos auf den Straßen unterwegs sein sollten, muss sich auch die Infrastruktur finanziell tragen. Wobei sich hier fürs Bayernwerk ein neues Geschäftsfeld auftun könnte.

Bis dahin ist es allerdings ein weiter Weg. Noch fahren wenige E-Autos, noch gibt es wenige Lademöglichkeiten - und beides bedingt sich gegenseitig. Mit der neuen Elektrotankstelle "wollen wir dieses Henne-Ei-Prinzip durchbrechen", sagt Radlbeck. Damit setze das Unternehmen selbst "einen kleinen Impuls", ergänzt Egon Westphal, Mitglied des Bayernwerk-Vorstands. Es habe nicht nur in Weiden, sondern auch an rund 20 weiteren Standorten öffentliche Säulen installiert. Und 28 E-Autos angeschafft. Ziel ist laut Bayernwerk, Erfahrungen zu sammeln. Aber auch, möglichst viele Regionen in Berührung mit E-Mobilität zu bringen. In den Regionen seien regenerative Energien zu Hause. Wenn man diese mit der Lade-Infrastruktur zusammenbringe, helfe das, Klimaschutzpotenziale zu nutzen.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß nennt das bei der Vorstellung der neuen Ladestation ein richtiges Zeichen, "damit eine noch stockende Elektromobilität vorangetrieben wird". Gemeinsam mit ihm sind einige Bürgermeister aus Umlandgemeinden zur Feierstunde gekommen. Neben Unternehmen sind schließlich auch Kommunen mögliche Zielgruppe für Ladestationen des Bayernwerks. Der Netzbetreiber hat dabei verschieden Varianten der Stationen im Angebot - vom einfachen Modell, das sich beispielsweise an einer Straßenlaterne anschließen lässt, bis zur Säule mit zwei Ladebuchsen samt 46-Zoll-Bildschirm für Werbezwecke.

Die Säule in der Moosbürger Straße bietet zwei Ladepunkte mit einer Leistung von je 22 Kilowatt. Zur Verbindung braucht es Ladekabel mit Typ-II-Stecker. Bezahlt wird via QR-Code oder per Chipkarte des Anbieters "E-Wald". Ein Renault Zoé, wie ihn das Bayernwerk angeschafft hat, braucht laut Netzbetreiber etwa eineinhalb Stunden, um genug Strom für eine Reichweite von rund 140 Kilometern zu tanken.

Neben den nun drei öffentlichen E-Tankstellen gibt es in Weiden noch weitere private, etwa bei Autohäusern oder einem Ingenieurbüro. Eine (unvollständige) Übersichtskarte mit Standorten in Europa bietet das bayerische Wirtschaftsministerium auf www.ladeatlas.elektromobilitaet-bayern.de. In Weiden gibt es derzeit - bei insgesamt rund 25 500 zugelassenen Pkw - 19 Elektrofahrzeuge und 9 Plug-in-Hybrid-Benziner. Das bedeutet eine leichte Steigerung: Im August waren es zusammengenommen noch 24. Der Landkreis Neustadt meldet 47 reine Elektroautos und 112 Hybridkombinationen.
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