„Bayrischer Tag der Ausbildung“: Emilia Müller über Potenziale für Unternehmen
Nicht das schnelle Geld zählt

Emilia Müller (Zweite von links) besuchte am "Bayerischen Tag der Ausbildung" auch die Privatmolkerei Bechtel in Schwarzenfeld. Bild: Hartl

"Es muss der Grundsatz ,Ausbildung vor Helfertätigkeit' gelten." Emilia Müller, bayerische Arbeits- und Sozialministerin, betonte beim "Bayerischen Tag der Ausbildung 2016" zum Thema Ausbildung junger Flüchtlinge, dass nicht das schnelle Geld, sondern die abgeschlossene Lehre als "Chance zur Integration" im Vordergrund stehe.

Bei der zentralen Veranstaltung der bayerischen Staatsregierung im Neuen Rathaus in Weiden stellte die Hauptreferentin fest, dass seit Jahren für duale Ausbildung geworben werde. Deswegen wurde in diesem Jahr auch erstmalig bayernweit die Woche der Aus- und Fortbildung veranstaltet. Der zunehmenden Akademisierung hielt Müller entgegen "die duale Ausbildung hat Potenzial, denn auch danach können Aufstieg und Studium erfolgen".

Auf das Thema Teilzeitausbildung eingehend, kündigte die Ministerin an, dass die Staatsregierung sich hier für eine Reform einsetze. "Wer eine Teilzeitausbildung absolviert, darf nicht über weniger Geld verfügen als der, der nichts macht." Müller deutete damit an, dass die anteilig gekürzte Ausbildungsvergütung von Teilzeitbeschäftigten oftmals unter den Hartz IV-Sätzen liegt.

Projekt "Meine Chance"


Teilzeitausbildung sei auch Kennzeichen für Familienfreundlichkeit eines Betriebes. Gerade für junge Frauen mit Kindern sei es wichtig, durch einen abgeschlossenen Beruf selbstständig das Leben zu gestalten, stellte Müller fest. Weil es viel zu wenige Teilzeitausbildungsplätze gebe, sollen unter dem Namen "meine Chance" Modellprojekte dafür durchgeführt werden. Erheblichen Nachholbedarf sah Müller auch bei der Ausbildung behinderter Menschen. "Diese Potenzial zu vernachlässigen, halte ich für fahrlässig."
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