Bei der Weidener Post ist das Klima laut Verdi frostig
Schlechte Stimmung

Matthias Than. Bild: hfz

Sonntagsarbeit bei der Post: Was manche Empfänger freut, erzürnt die Gewerkschaft Verdi. Schließlich richten sich die Sonderschichten, bei denen Freiwillige im Einsatz waren, gegen den derzeitigen Streik. Und auch sonst ist die Stimmung im Betrieb sehr schlecht. Das jedenfalls berichtet Matthias Than von der Verdi-Betriebsgruppe Bayreuth.

Haben Sie einen Überblick, wie viele Freiwillige im Einsatz waren?

Matthias Than: In Weiden dürften es circa 15 gewesen sein. Zum Vergleich: An einem normalen Tag arbeiten etwa 35 Beschäftigte.

Ist der Auslieferungsstau in Weiden damit aufgehoben?

Than: In keinster Weise. Was abgearbeitet wurde, war überwiegend bereits in Weiden gebunkert. Die großen Mengen sind aber hier noch gar nicht angekommen. Die lagern noch irgendwo in anderen Depots.

Verdi beklagt, dass mittlerweile auch die Stimmung im Betrieb fast schon aggressiv sei. Warum?

Than: Das hat verschiedene Gründe: Zusteller, die als Beamte arbeiten müssen, sind angefressen, wenn sie den Auftrag bekommen, von bestreikten Arbeitsplätzen auch noch etwas mitzunehmen. Daneben wurden Streikende in Weiden vor dem Tor persönlich angegangen. Sie haben Kollegen, die arbeiten, informiert, dass sie mit Kontrollen rechnen müssen, wenn sie am Sonntag Dienst tun, weil wir diese Sonntagsarbeit für verboten halten. Darauf wurde den Streikenden mit rechtlichen Konsequenzen gedroht. Und außerdem wird massiv auf befristet Beschäftigte eingewirkt. Sie kriegen Anrufe mit der Bitte, den Streik zu beenden, weil sonst ihre Verträge nicht verlängert würden.

Welche Folgen wird der Streik noch für Weiden haben?

Than: Aktuell sind 25 von rund 40 Beschäftigten im Ausstand. Damit müssten grob 13.000 Briefe und 1000 Pakete pro Tag nicht zugestellt werden. Und es geht weiter. Definitiv.
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