Berufsschulen und Sachaufwandsträger unterzeichnen Vereinbarung
Netzwerk für Flüchtlinge noch enger geknüpft

Der "Beschulungsverbund" sei sehr hilfreich bei der Integration junger Flüchtlinge. Das betonten alle Unterzeichner der Kooperationsvereinbarung. Von links: Die Oberstudiendirektoren Thomas Reitmeier, Anton Dobmayer und Josef Weilhammer, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Landrat Andreas Meier. Mit dabei war auch Landtagsabgeordnete Petra Dettenhöfer (Vierte von links). Bild: Bühner

Wenn es um die Integration von jungen Flüchtlingen geht, spielen Stadt- und Landkreisgrenzen keine Rolle. Dank einer neuen Vereinbarung ist das Netzwerk dazu künftig noch engmaschiger.

Die Europa-Berufsschule Weiden will bei der Unterrichtung junger Asylbewerber noch intensiver mit dem beruflichen Schulzentrum Neustadt und der Wirtschaftsschule Eschenbach-Weiden zusammenarbeiten. In einer Feierstunde in der Europa-Berufsschule unterzeichneten Vertreter der Schulen und der Sachaufwandsträgern Stadt Weiden und Landkreis Neustadt dazu eine Kooperationsvereinbarung. Sie gilt ab dem kommenden Schuljahr und sieht zunächst eine gemeinsame Erfassung aller neu aufzunehmenden Asylbewerber vor. Die sogenannten Alphabetisierungsklassen werden zentral an der Europaberufsschule eingerichtet. Im zweiten Jahr erfolgt dann eine modulare Beschulung, die sich an den Interessen der jungen Flüchtlinge orientiert.

Pflicht- und Wahlmodule


Es gibt Pflicht- und Wahlmodule. Die einzelnen Schulen bieten solche Module an, die ihrer fachlichen Ausrichtung entsprechen. So werden unter anderem in Neustadt Ernährung, Kinder- und Sozialpflege sowie Landwirtschaft unterrichtet. Wirtschaftliche- und kaufmännische Wissensvermittlung erfolgt zukünftig zusätzlich zur Europa-Berufsschule an der Wirtschaftsschule in Weiden. Die Wirtschaftsschule übernimmt auch die Vorbereitung auf ihre eigene zweijährige Ausbildung. Die Europa-Berufsschule unterrichtet weiterhin in allen bisher schon vorhandenen Pflicht-und Wahlmodulen.

Unterzeichnet wurde die Kooperationsvereinbarung von den Schulleitern Josef Weilhammer (Europa-Berufsschule), Anton Dobmayer (Berufliches Schulzentrum Neustadt) und Thomas Reitmeier (Wirtschaftsschule Eschenbach-Weiden). Für die Sachaufwandsträger unterschrieben OB Kurt Seggewiß und Landrat Andreas Meier. "Mit dieser Kooperation können wir alle vorhandenen Kompetenzen bündeln und gezielt einsetzen", sagte Seggewiß. Für Landrat Meier ist es "ein Gebot der Stunde, auf bewährte Strukturen zurückzugreifen und Synergieeffekte zu nutzen". Schulleiter Dobmeier sprach von der "optimalen Nutzung der Ressource Lehrer". Sein Kollege Reitmeier freut sich über eine weitere "Profilierung als berufliche Schule". MdL Petra Dettenhöfer sah es als positiv an, "über Stadtgrenze und Landkreisgrenze hinauszuschauen".

Als Gastgeber der Feierstunde nannte Europaberufsschulleiter Weilhammer die Beschulung von Asylbewerbern eine "Herausforderung für alle Beteiligten". Dass es auch zu Problemen kommen kann, sei wenig überraschend. "Asylbewerber wissen oft nicht, was eine duale Ausbildung ist und haben zunächst ganz andere Erwartungen." Weilhammer erinnerte auch daran, dass "wir von den jungen Asylbewerbern auch viel profitieren, zum Beispiel interkulturelle Kompetenz".

Lob für Staatsregierung


Bildungsträger, Schulen, Agentur für Arbeit, Arbeitskreis Asyl, Netzwerk Asyl und andere waren der Einladung zur Feierstunde gefolgt. Besonderes Lob sprach Weilhammer dem Integrationskonzept der Staatsregierung aus. "Mit dieser Beschulungsform ist für die Integration der Flüchtlinge ein gutes Fundament gefunden, um das uns andere Bundesländer beneiden." Weilhammer bezog sich dabei auf den stufenförmige schulischen Förderung der Asylbewerber, beginnend mit der Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss, die Möglichkeit der Externenprüfung für den Qualifizierenden Mittelschulabschluss". "Wir suchen auch Schüler mit Potenzial für die Oberstufe" bemerkte FOS/BOS-Schulleiterin Gabriele Dill. Dass junge Asylbewerber sich aber auch viele Sorgen über ihren Aufenthaltsstatus machen, daran erinnerte Jost Hess vom AK Asyl.
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