Bilanzpressekonferenz der Sparda-Bank
Girokonto noch gebührenfrei

Zur Bilanzpressekonferenz lud die Sparda-Bank auch langjährige Kunden ein: Reiner Nachtigall von der Spielvereinigung (Sponsoring der Jugend), der Weidener Filialleiter Dieter Holub, der ehemalige Aufsichtsrat Reiner Müller und Vorstand Johannes Lechner (von links). Bild: cf

Die "Droge des billigen Gelds" schlägt voll auf die Banken und Sparer durch. Noch hat die genossenschaftliche Sparda-Bank mit dem gebührenfreien Girokonto ein Alleinstellungsmerkmal. "Wir werden alles tun, um daran festzuhalten", versichert Vorstand Johannes Lechner. Langfristig kann er jedoch "keine Garantie" geben.

Vor allem das kostenfreie Lohn-, Gehalts- und Rentenkonto bescherte der Filiale Weiden allein im vergangen Jahr einen Zuwachs von 450 Neukunden. Unter den 17 Filialen der Sparda-Bank Ostbayern ist Weiden eine der wichtigsten Geschäftsstellen. "Filialschließungen sind derzeit nicht geplant", betonte Vorstand Lechner (Regensburg) bei der Bilanzpressekonferenz. Auch hier wollte er keine Garantie für die Beibehaltung des Ist-Zustands erteilen. Lechner übte massive Kritik an den Niedrigstzinsen: "Wie die Geldpolitik der EZB endet, weiß niemand." Langsam verliere er den Glauben. "Eine solche Situation gab es noch nie." Alle Banken würden gern mehr (billige) Kredite vergeben, "doch weder Wirtschaft noch Privatkunden brauchen sie". Lechner rechnete hoch, dass der Sparda-Bank Ostbayern die Einhaltung der gesetzlichen vorgeschriebenen Liquiditäts-Standards etwa 900 000 Euro Strafzinsen im Jahr kosten könnte.

Aktuell bietet die Sparda-Bank mit 8,75 Prozent die mit Abstand günstigsten Dispo-Zinsen in der Region. Es steht sogar eine weitere Senkung im Raum. Laut Lechner nutzen die Kunden bei Baufinanzierungen die niedrigen Zinsen für eine höhere Tilgung, die sich derzeit zwischen 6 und 7 Prozent bewege.

Umbau der Filiale Weiden


Trotz der verschärften Eigenkapital-Bestimmungen durch das Regelwerk Basel III erfüllt die Sparda-Bank Ostbayern die Anforderungen bereits heute um das Dreifache, 2019 noch um das Doppelte. "Der Kunde kommt nur noch in die Bank, wenn der Besuch einen Mehrwert bringt", meinte Lechner. Auf rund 308 000 persönliche Vorsprachen - vor allem wegen Beratung bei Fondssparen, Altersvorsorge und Baufinanzierung - trafen bei der Sparda-Bank Ostbayern 2015 fast 5 Millionen Online-Kontakte und 350 000 Mal Telefonbanking über Sprachcomputer. Online-Standard sind bei der Sparda-Bank inzwischen Bezahlen über den QR-Code und Foto-Überweisungen.

In der Filiale Weiden erfolgt im Frühsommer eine Umgestaltung: Die Kasse wird rückgebaut, der Beratungsbereich mit SB-Zone erweitert. Der Leiter der Filiale Weiden, Dieter Holub, berichtete von einem Anstieg der Einlagen um 4 Prozent auf 177,3 Millionen Euro und der Kredite um 0,8 Prozent auf 89,2 Millionen Euro. Die Geschäftsstelle verzeichnet im Raum Weiden-Neustadt/WN rund 2950 Mitglieder und etwa 13 000 Kunden. Die nächsten Filialen der Sparda-Bank liegen in Amberg, Schwandorf und Marktredwitz.
Wie die Geldpolitik der EZB endet, weiß niemand.Johannes Lechner, Vorstandsmitglied der Sparda-Bank Ostbayern eG
Der Kunde kommt nur noch in die Bank, wenn der Besuch einen Mehrwert bringt.Johannes Lechner
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