Brexit sorgt für verstärkte Nachfrage von Immobilien in Frankfurt
Im Vergleich zu London günstig

Frankfurt/Weiden. Als Gewinner des Brexits empfinden sich Frankfurt und Paris. Diese - europäischen - Finanzzentren hoffen darauf, vom erwarteten Bedeutungsverlust der bisherigen Super-Finanzmetropole London zu profitieren. Seit zehn Jahren arbeitet der gebürtige Weidener Werner Schick als Verkaufsleiter für die Lechner Immobilien Development in Frankfurt. Mit dem Immobilienmarkt in "Mainhatten" ist Schick bestens vertraut; derzeit verantwortet er dort u. a. ein Projekt mit dem Stararchitekten Daniel Libeskind.

Kam es seit der Volksabstimmung zum Brexit zu einer verstärkten Nachfrage aus England nach Immobilien in Frankfurt?

Werner Schick: Ja, sie stieg signifikant um etwa 20 bis 25 Prozent. Wir stellten vor allem einen deutlich erhöhten Traffic in den Internetportalen wie Immoscout und Immowelt - mit der Endung "uk" in den E-Mail-Adressen fest. Momentan hat sich die Nachfrage wieder etwas beruhigt.

Welches Klientel aus Großbritannien sucht welche Immobilien in Frankfurt?

Aus Sorge um Preissteigerungen in Frankfurt haben sowohl Kapitalanleger wie Eigennutzer schnell reagiert, Immobilien in Frankfurt jetzt zu kaufen. Gefragt sind vor allem 2-, 3- und 4-Zimmer-Eigentumswohnungen von rund 60, 80 und 100 Quadratmetern. Bei den Immobilien ist Frankfurt beileibe noch nicht "gehypt", der Durchschnittspreis pro Quadratmeter bewegt sich zwischen 4500 und 5000 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zu London mit 10 0000 bis 11 000 Euro und Paris mit 10 000 bis 12 000 Euro ist "Mainhatten" immer noch recht günstig.

Wie reagiert der Frankfurter Immobilienmarkt? Ziehen die Preise spürbar an?

In nahezu allen Großstädten Deutschlands ist die Nachfrage nach Immobilien größer als das Angebot. Dieser Überhang auf der Käuferseite sorgt überall für eine angespannte Marktlage. Der Brexit verstärkt diesen Trend besonders in Frankfurt. Wir rechnen hier mit einem jährlichen Zuwachs von 10 000 bis 15 000 Einwohnern. Die Politik reagiert inzwischen, etwa mit Erleichterungen für den Ausbau von Dachgeschosswohnungen oder mit flexibleren Richtlinien.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.