Bürgerinitiative befürchtet: Einkaufszentrum könnte sich abschotten
Stadtgalerie wie "Mall auf grüner Wiese"

Deutliche Fingerzeige zum Bebauungsplan: Die BI mit (von links) Dr. Herbert Klein, Dr. Robert Schuster, Fritz-Dieter Doenitz, Bert Roscher und Joachim Strehl erläutert ihre Einwände. Bild: Hartl
Weiden. (rg) Ein Satz, der so oder ähnlich gleich mehrmals beim Pressegespräch fällt: "Selbstverständlich wollen wir das Einkaufszentrum!" Aber - und auch das wird deutlich: eben nicht ganz so, wie es der Bebauungsplan darstellt. Nach Ansicht der Bürgerinitiative "Weiden - Unsere Stadt" hapert's schon mal bei gravierenden Punkten. Die Eingänge der "Stadtgalerie" seien zu rar, das Parkhaus zu hoch, die Verkehrsplanung der Stadt zu unentschlossen. Zum Beispiel. BI-Vorstandsmitglied Dr. Herbert Klein erkennt die Gefahr, dass sich das Einkaufszentrum "wie ein Torso" zwischen die Innenstadt-Bereiche Ost und West schiebt - anstatt die gewünschte Brückenfunktion zu erfüllen.

Ihre Bedenken erläutert die BI ausführlich in einer Stellungnahme, die sie fristgerecht ins Verfahren um den B-Plan eingebracht hat. Vorsitzender Prof. Dr. Fritz-Dieter Doenitz würdigt, dass der Entwurf der "Stadtgalerie" eine "wichtige Scharnierfunktion" in der City zuspricht. Aber: "Diese ist den bisherigen Planungen des Investors nicht zu entnehmen. Der geplante Bau weitgehend geschlossener Blöcke lässt keinen Unterschied zu einer klassischen Mall auf der grünen Wiese erkennen." Mit nur je einem Haupteingang an beiden Enden schotte sich das Einkaufszentrum zur Umgebung ab. Dazu zählt auch die Weißenburgstraße, an der die BI eine "rückseitenähnliche Fassade" moniert.

"Hier müssen Läden entstehen, die das Einkaufszentrum von dort aus zugänglich machen", fordert Dr. Robert Schuster. Überfällig ist nach Kleins Meinung eine Entscheidung der Stadt zur Verkehrsberuhigung der Sedanstraße. Dies hätte große Bedeutung auch für die Vorplatzgestaltung am Dänner-Eck sowie die Ein- und Ausfahrt zum Parkdeck. Der Investor brauche hier Planungssicherheit. Klein vergleicht Fondara mit "einem Schwimmer, der vom 10-Meter-Brett springt und hofft, dass noch Wasser eingelassen wird".

Nachbesserungen wären auch beim Parkhaus (Wolframstraße) nötig: Statt "1 + 5" (ein Parkdeck unter-, fünf überirdisch) tritt die BI für eine "2 + 4"-Lösung ein. Doenitz: "Ein Parkhaus ist dann gut gestaltet, wenn man es nicht bemerkt." Generell fordert die BI, den Architektenwettbewerb nicht nur auf die Fassade des Einkaufszentrums zu beschränken. Und die Stadt müsse bei der Entwicklung des ganzen Gebiets endlich "Investor-unabhängig" die Regie übernehmen. Joachim Strehl vermisst einen "Stadtentwicklungsplan mit Teilentwicklungsplänen", der eigentlich dem Bebauungsplan hätte vorausgehen müssen: "Es gibt keine klar definierten Ziele. Politik und Verwaltung haben es versäumt, hier die Vorarbeit zu leisten."
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