Bundesagentur stellt Weiden Hilfen in Aussicht
Hartz IV endlich knacken

Besuch aus Nürnberg: Dr. Markus Schmitz (Zweiter von rechts), Chef der Regionaldirektorin Bayern der Bundesagentur für Arbeit, diskutierte im Weidener Rathaus mit OB Kurt Seggewiß. Mit dabei: Hans-Jürgen Klement (rechts) und Arbeitsagentur-Chef Thomas Würdinger. Bild: sbü

Sie sagen der Langzeitarbeitslosigkeit den Kampf an. Die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit stellt dafür in Weiden gezielte Hilfen in Aussicht.

Dr. Markus Schmitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, kam zum Arbeitsgespräch mit Oberbürgermeister Kurt Seggewiß ins Weidener Rathaus. Mit dabei waren auch Hans-Jürgen Klement, Geschäftsführer Interner Service bei der Regionaldirektion, sowie der Leiter der Arbeitsagentur Weiden, Thomas Würdinger.

Jedes fünfte Kind Hartz IV


Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Arbeitsmarktinitiative der Stadt Weiden (AMI) zur Bekämpfung der überdurchschnittlich hohen Hartz-IV-Arbeitslosigkeit im Stadtgebiet. "Wir haben zwar erhebliche Fortschritte gemacht. Aber mit einer Gesamtarbeitslosenquote von derzeit 6,3 Prozent und einem fast 72-prozentigen Anteil von Hartz-IV-Arbeitslosen liegen wir nach wie vor am Ende der Skala in ganz Bayern", stellte Seggewiß fest. Leider zähle derzeit fast jedes fünfte Kind unter 15 Jahren zu einer Hartz-IV-Familie. Mit der AMI solle diese teilweise über Generationen "verkrustete Arbeitslosigkeit" allmählich aufgelöst werden.

Seit mehreren Jahren arbeiten in der AMI viele Institutionen und gesellschaftliche Gruppen am gemeinsamen Ziel. Weil Weiden als Arbeitsmarkt- und Einpendlerzentrum in die gesamte Region ausstrahle, "schlossen sich jetzt auch Stadt und Land in der AMI zusammen", sagte Seggewiß.

Für Dr. Schmitz gibt es in Anbetracht der seit Jahren sinkenden Arbeitslosenzahl in Bayern "nur noch wenige Themen, die übriggeblieben sind". Auf der ansonsten grünen Landkarte gäbe es noch einige "urbane Zentren" als rote Flecken, darunter Weiden. Weitere Beispiele waren Nürnberg, Hof, Augsburg.

Es müsse verhindert werden, dass immer wieder eine neue Generation von Kindern in eine schwierige soziale Situation hineinwachse, waren sich die Gesprächspartner einig. "Mit einem präventiven Ansatz müssen solche Erwerbsbiografien durchbrochen werden", stellte Agenturchef Würdinger fest. Erste Ansätze dafür sind Projekte wie "Jugend stärken im Quartier", gefördert von BA, Europäischem Sozialfond und Stadt Weiden.

Hoffnung auf West IV


Dass das nur ein Anfang sein kann, darüber herrschte ebenfalls Einigkeit. Gemeinsam will man sich um weitere Fördermittel bemühen. Ein Modellprojekt für zunächst 80 bis 100 Jugendliche könnte der Anfang sein. Als Beispiel dient auch das Projekt "Tandem", das im Raum Nürnberg erfolgreich mit einem familienbezogenen Ansatz arbeitet. Weitere Themen waren die laufenden Initiativen. "Wir wollen zusätzliche hochwertige Beschäftigungsverhältnisse schaffen, um den qualifizierten jungen Menschen heimatnahe Arbeitsplätze zu bieten", sagte Seggewiß. Ausdrücklich nannte er Industriegebiet Weiden-West IV, E-House, das geplante digitale Gründerzentrum sowie den Schwerpunkt E-Commerce an der OTH in Weiden. "Längst ist Weiden zu einem großen Logistikzentrum geworden."

Schmitz bot an, die Aktivitäten mit Mitteln der Arbeitsmarktpolitik zu begleiten. Diese Initiativen sollen dann in die Budgetkalkulation der Arbeitsagentur Weiden einfließen. Im Falle von West IV sei dies spätestens 2018 notwendig.
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