"Business Diner" mit Vortrag über Digitalisierung
Die Wirtschaft wird Kopf stehen

Das Unternehmerehepaar Anton und Heike Braun (von rechts) bot beim "exklusiven Business-Dinner" viel anspruchsvolle Kost für Geist und Magen. Michael Bauer (Ingram Micro GmbH) blickte in die künftige Welt der Digitalisierung. Mit dabei auch Geschäftspartner Andreas Eckl von Hewlett Packard Enterprise. Bild: sbü

Die Welt ist digital geworden? Von wegen. Die Digitalisierung in der Wirtschaft werde erst noch so richtig beginnen, erfahren die Zuhörer eines Business-Vortrags. Und die Folgen werden immens sein.

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf Wirtschaft und Gesellschaft, war Thema eines Expertenvortrags beim "exklusiven Business Dinner" im Hotel "Zur Heimat". Die Bizteam Systemhaus GmbH hatte dazu eingeladen. Doch bevor die Gäste von Anton und Heike Braun das Hauptmenü genießen durften, erläuterte Michael Bauer von der Firma Ingram Micro GmbH ausführlich und beeindruckend die digitale Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft.

Fünf Phasen


Bauer bezeichnet sich selbst als Architekten der digitalen Transformation. Entsprechend lieferte er einen Bauplan - für die digitale Zukunft. Zunächst prognostizierte er, dass in 5, maximal in 10 Jahren, die Hälfte der derzeitigen Geschäftsbereiche in der Wirtschaft nicht mehr existiere. "Die Digitalisierung dreht die Wertschöpfung komplett um." Seinen "Bauplan" teilte er in fünf Phasen ein. Datensicherheit ist dabei, neben technischen Faktoren wie "Cloud-Speicherung", eine Grundbedingung für alle Phasen.

Die erste Phase hat laut Bauer noch gar nicht begonnen. "Noch sind wir in der prädigitalen Phase der Datensammlung." 90 Prozent der vorhandenen Daten seien in den vergangenen zwei Jahren entstanden, bis zum Jahr 2020 würden sich die Datenbestände verzehnfachen. Wenn dann in den Phasen 1 und 2 die vorhandenen Datenbestände analysiert und Algorithmen gefunden seien, könne die 3., die Optimierungsphase, beginnen. Aus Datenverbindungen entstünden dann künstliche Intelligenz, neue Lösungen und Einstellungen. Allerdings könne man mit neuen digitalen Geschäftsmodellen erst in der letzten Phase 5 Geld verdienen. Vorher müsse ein Monetarisierungs-Prozess alles vorbereiten.

Völlig neue Modelle


"Völlig neue Geschäftsmodelle werden entstehen." Sie basierten im Wesentlichen auf der weitgehenden Vernetzung von Produkten, Arbeits- und Lebensbereichen. Schon jetzt könne man davon ausgehen, "dass in jeder Industrie irgendeiner daran arbeitet, alles auf den Kopf zu stellen". Ansätze sieht Bauer schon jetzt, beispielsweise in einer Zahnbürste mit Sensor und Kamera, die Nutzerdaten an die Cloud meldet. So werde es möglich, ein individualisiertes Produkt zu entwickeln.

Im Zuge der Digitalisierung werde sich auch die Arbeitswelt verändern. Die neuen Arbeitsmodelle nennt Bauer "Social Business" und "New Work". Es müsse eine "andere Art der Zusammenarbeit" entstehen, bei der sich Menschen selbst organisieren und entfalten können. Berechnungen hätten ergeben, dass 7,4 Millionen Arbeitsplätze wegfielen, neue zwar entstünden, die aber nicht quantifiziert wurden. "Digitalisierung funktioniert aber nur mit dem Menschen." Um sich auf die Entwicklung einzustellen, empfahl Bauer, frühzeitig über neue Geschäftsmodelle nachzudenken.
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