Darf die Stadt „Ablöse“ für ihr Vorkaufsrecht fordern? – Neues Gespräch vereinbart
Turnerbund und Taubmann tüfteln

Turnerbund-Vorsitzender Bernhard Schlicht versteht zwar nicht, warum die Stadt ein "Aufgeld" kassieren will, wenn er einen Teil der TB-Sportflächen - rund 33 000 Quadratmeter - verkauft. Aber er sucht weiterhin das Gespräch: Am Donnerstag, 4. August, tüfteln TB-Spitze und die Stadt bei einem erneuten Meinungsaustausch an einer Lösung, die für beide Seiten tragbar ist.

Im Mittelpunkt steht dabei das Ansinnen der Stadt, die sich für den Verzicht auf das bereits seit 1912 - auf erweiterten Flächen seit dem Jahr 1961 - "dinglich gesicherte Vorkaufsrecht" eine entsprechende Entschädigung auszahlen lassen will. Schlicht bestreitet die Berechtigung dieser Forderung. Die Stadt wolle ihr Vorkaufsrecht nicht ausüben. Dabei habe es ihr der TB von Anfang an freigestellt, dieses Recht in Anspruch zu nehmen und dem TB einen Preis von 1,5 Millionen zu bezahlen und die vier Beachvolleyballplätze zu errichten, wie dies sonst der potenzielle Erwerber vorgenommen habe. "Uns ist wichtig, dass wir die gesamte Summe erhalten. Dabei ist es uns unwichtig, ob von der Stadt oder einem Investor", betont Bernhard Schlicht gegenüber dem NT.

Ungewöhnlich sei, dass sich die Stadt zwar auf eine Verpflichtung beruft, die Ablöse-Forderung einzufordern, zugleich aber ihre gewünschte Beteiligung von zunächst 40 bis 70 Prozent auf inzwischen 30 bis 50 Prozent der Kaufsumme reduzieren konnte. Der Turnerbund gehe von einen Kaufpreis von etwa 1,5 Millionen Euro aus, von dem dann noch die Kosten für den Bau von vier Beachvolleyballplätzen auf dem Glötznerstüberl-Areal abzuziehen wären.

Suspekt sei auch die Argumentation für die "Ablöse" von bis zu 750 000 Euro, die Stadt verzichte "zum Vorteil des TB" auf ihr Vorkaufsrecht. "Wenn die Stadt ihr dingliches Vorkaufsrecht nicht ausübt, jedoch vom Turnerbund 750 00 Euro verlangt, wäre doch der Turnerbund dadurch geschädigt, weil er dann von den 1,5 Millionen Euro nur 750 000 Euro behalten könnte. Wo soll darin der Vorteil für den Turnerbund liegen? Eine verständige Erklärung hierfür bleibt die Stadt bislang schuldig."
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