Der Beruf des Malers hat viele interessante Facetten
Nicht nur Handwerker, sondern kreativer Künstler

Auch die gefällige Ausgestaltung großer Wandflächen zählt zu den Aufgaben eines Malers. Bilder: Kempf (2)
 
Der Generationenwechsel glückt im Familienbetrieb Schicker: Inhaber Engelbert Schicker mit Sohn Jonas.

Nach der Firmengründung durch Engelbert Schicker wächst mit Jonas Schicker (22) die vierte Generation der Weidener Malerfamilie nach. Der junge Mann führt die Firmentradition fort. 2013 legte er an der Fachoberschule Weiden das Fachabitur ab. Es folgte das erste Lehrjahr im väterlichen Betrieb. Jonas konzentriert sich nicht auf die klassische Lehre als Maler und Lackierer, er macht seit 2014 ein "Duales Studium". Dabei verknüpft er seine Lehre mit einem FH-Studium in Rosenheim zum "Ingenieur für Innenausbau".

Auch nach seinem Studienabschluss möchte Jonas zunächst andere Unternehmen kennenlernen. Fast könnte man diesen Plan mit den "Wanderjahren" von Gesellen vergleichen. "Gerade beim Malerhandwerk finde ich die Mischung aus körperlicher Arbeit, wie beim Verputzen einer großen Außenfassade, und Geschicklichkeit, wie bei der Gestaltung von Maler-Techniken, perfekt." Und wie kam es zur Idee, Handwerk und Studium zu verknüpfen? Engelbert Schicker: "Mein Sohn hatte nach seinem Fachabitur überlegt, BWL zu studieren. Ich wies ihn dann auf die Möglichkeit des Dualen Studiums hin, nach reiflicher Überlegung entschied sich Jonas dafür." Zur Freude seiner Eltern, die beide im acht Mitarbeiter zählenden Betrieb tätig sind. Neben Jonas macht Azubi Sergej seine Ausbildung im Unternehmen. Engelbert Schicker: "Sergej ist sehr talentiert und hat Freude an seiner Ausbildung. Er hat gute Chancen, nach Abschluss seiner Ausbildung bei uns bleiben zu können."

"Nachfrage leider gering"


Die Ausbildung ist anspruchsvoll, die Auszubildenden müssen Talent und Engagement mitbringen, auch zu selbstständigem Arbeiten in der Lage sein. Und sie sollten gut rechnen können, auch Farbmengen- und Flächenberechnung gehören zu den Aufgaben eines Malers und Lackierers. "Leider ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen recht gering, der Beruf stößt auf nicht genügend Interesse bei jungen Menschen", bedauert Engelbert Schicker.

"Am Abend sehe ich immer mein Tagwerk, erkenne genau, was ich geleistet habe", meint der Malermeister. Er sucht auch für das neue Jahr wieder nach einem Azubi. Sergej beendet 2016 seine Ausbildung nach dreijähriger Lehrzeit. "Wir suchen den Kontakt zu Jugendlichen auf Informationsveranstaltungen wie der Ausbildungsmesse am 16. April in der Max-Reger-Halle in Weiden." Auf dieser gemeinsamen Veranstaltung von Kreishandwerkerschaft, IHK und Agentur für Arbeit wirbt auch das Maler- und Lackiererhandwerk um Nachwuchs. Auch Jonas Schicker ist mit seiner Begeisterung ein positiver Werbeträger für Handwerksberufe.

Persönlich gefördert


"Jungen Leuten, die sich für einen handwerklichen Beruf interessieren, rate ich, nach dem Schulabschluss in verschiedenen Gewerken ein Praktikum zu absolvieren. Wem die Ausbildung danach nicht genug ist, kann an der BOS das Fachabitur nachholen und dann in einem ähnlichen Studiengang das Wissen aus der Ausbildung erweitern. Die Praxiserfahrung ist für das Studium ein Riesenvorteil. Das duale Studium ist eine tolle Alternative für diejenigen, die das Abitur gemacht haben."

Trotz der anspruchsvollen Zeiteinteilung bleibt Jonas begeistert: "Mit dem Studium bin ich sehr zufrieden. Durch die relativ kleine FH wird man persönlich gefördert und geht nicht in einer großen Menge unter."

Auch für Zuwanderer


"Wir glauben schon, dass das Handwerk nach und nach wieder mehr geschätzt wird, dass die Menschen die Leistung des Handwerks erkennen. Aber dies ist ein langer Weg", sagt Engelbert Schicker. Bei den Bewerbern muss die Persönlichkeit den möglichen Lehrherrn überzeugen, die Auszubildenden müssen fähig sein, sich einzubringen, sich mit den Kollegen auszutauschen, auch mit Kunden umgehen können. Für den Beruf des Malers und Lackierers ist räumliche Vorstellungskraft wichtig. Für eine Bewerbung sollten Interessenten mindestens den Qualifizierten Hauptschulabschluss haben, dazu sollten sie über gute körperliche Leistungsfähigkeit verfügen.

Auch Zuwanderern bietet das Handwerk Ausbildungsmöglichkeiten. "Wichtig ist, dass sich ein Bewerber ausdrücken kann, er muss noch nicht perfekt Deutsch sprechen, aber er sollte verstehen, was man ihm erklärt. Wichtig ist, dass der Azubi nicht vor Ende seiner Ausbildung das Land wieder verlassen muss."
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