Deutschland würde Mitstreiter verlieren
Fondsmanager Robert Beer hält aber Brexit für unwahrscheinlich

"Wirklich gefährlich sind nur jene Ereignisse, die man nicht kennt." Zitat: Fondsmanager Robert Beer

Weiden/Amberg. "Es ist eher zweitrangig, ob der Brexit kommt oder nicht. Entscheidend an den Aktienmärkten bleiben die Qualität und die Gewinne der Unternehmen - und die verdienen aktuell viel Geld." Der Fondsmanager Dipl.-Ing. Robert Beer aus Parkstein (Kreis Neustadt/WN) glaubt jedoch nicht an einen Austritt von Großbritannien aus der EU: "Die Umfragen prognostizieren zwar ein Kopf-an-Kopf-Rennen, die Tendenz in den Wettbüros ist aber eindeutig für einen Verbleib."

Teilen Sie die wirtschaftlichen Horror-Szenarien, zu denen es nach einem Brexit kommen soll?

Robert Beer: Nein. Man sieht es an der Schweiz und Norwegen: Diese Länder gehen auch nicht unter. Ich glaube nicht an einen wirtschaftlichen Abstieg von Großbritannien, eher an eine Trotzreaktion.

Sollte es dennoch zum - nach meiner Überzeugung unwahrscheinlichen - Brexit kommen, würde Deutschland einen marktwirtschaftlichen Mitstreiter verlieren und seine Position gegenüber den Südländern deutlich schwächen.

Was erwartet die Anleger im Fall eines Brexit?

Kurzfristige Turbulenzen an den Märkten mit Kursverlusten bis zu minus zehn Prozent sind durchaus möglich. Aber das haben wir zweimal im Jahr. Wirklich gefährlich sind nur jene Ereignisse, die man nicht kennt. Selber verstärke ich die Absicherung der von mir verwalteten Depots.

Langfristige Investoren sollten die Kursschwankungen überhaupt nicht beunruhigen. Ich betrachte kurzfristige Rückschläge als Gelegenheit für Schnäppchen. Leider macht die große Mehrheit der Anleger das Gegenteil. Ein Brexit würde lediglich einen nachhaltigen Dämpfer für den hoch bewerteten Londoner Immobilienmarkt auslösen.

Und wenn Großbritannien in der EU verbleibt?

Dann werden die Finanzmärkte aufatmen. Denn die aktuellen Aktienkurse sind relativ gedrückt und vernünftig bewertet. In finde es gar nicht schlecht, dass sich Europa gerade im Aufruhr befindet. Die extreme Geldpolitik der EZB macht vielen Menschen Angst. Hier dauern offenbar die Aufräumarbeiten der Bankenkrise an. Dazu kommt die Flüchtlingskrise, bei der die EU nicht einer Meinung ist. Diese Probleme verdrängen das Positive wie Freiheit und Wohlstand, die uns die EU sichert

Die Ideale bedürfen dringend einer Auffrischung - und die EU sollte eine Augenmerk auf die Befindlichkeiten der Menschen richten. Bei den EU-Kritikern und -Zweiflern handelt es sich nämlich nicht mehr um einzelne Querulanten.

Wirklich gefährlich sind nur jene Ereignisse, die man nicht kennt.Fondsmanager Robert Beer
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