Die erstaunliche Geschichte des Unternehmers Sezayi Er
Vom Suchenden zum Vorbild

"Man muss an seine eigenen Fähigkeiten glauben, aber auch eine gesunde Angst haben", sagt Sezayi Er (Mitte). Damit hat er es schon recht weit gebracht und als Unternehmer Jobs geschaffen, unter anderem für seine Mitarbeiter Tanja Schaffarz und Denis Meyer. Bild: sbü

Was kann aus einem Hauptschulabgänger mit eher durchschnittlichen Noten schon werden? Ein Unternehmer zum Beispiel, der schon in jungen Jahren Erfolg hat. Das beweist Sezayi Er, dessen Vita nebenbei demonstriert, dass neben Fachwissen und Abschlüssen auch die Persönlichkeit entscheidet.

Sezayi Er ist erst 28 Jahre alt, leitet und betreibt aber bereits seit mehr als fünf Jahren eigenverantwortlich und selbstständig zwei Telekommunikations-Shops. Weil er als Hauptschüler und späterer Kaufmann im Einzelhandel beruflichen Erfolg hat, hat die IHK ihn als "Role model" (Vorbild) ausgewählt. "Role models" sollen während der Woche der Ausbildung- und Weiterbildung ab 19. Februar als besondes positive Beispiele für schnelle berufliche Erfolge nach einer dualen Ausbildung vorgestellt werden. Tatsächlich könnte der berufliche Werdegang von Er auch Drehbuch für einen Berufskunde-Lehrfilm sein.

Der Film würde damit beginnen, dass ein Hauptschulabsolvent mit durchschnittlichen Noten zunächst noch nicht so recht weiß, was er beruflich machen soll. Aushilfstätigkeiten bringen zwar ein wenig Geld, bieten aber auch keine Orientierung für die Zukunft. Ausbildungsplätze sind damals, vor zehn Jahren, ohnehin Mangelware. Immerhin ist der junge Mann in ein funktionierendes Familienleben eingebunden. Und so schicken ihn seine Eltern zum Berufsberater. Der hält eine Ausbildung noch für verfrüht, meldet den jungen Mann deshalb bei einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme an. Das Ziel dort: die Teilnehmer über Unterricht und Betriebspraktika fördern und Berufsreife herstellen.

Zu Beginn ein Flop


Ganz von selbst funktioniert das im Fall von Er nicht: Die erste Praktikumsstelle in der Gastronomie erweist sich als Flop. "Nach einer Stunde habe ich dem Chef gesagt, dass das nichts für mich ist", sagt der heutige Unternehmer. Doch letztlich läutet diese Entscheidung die Kehrtwende in seinem Leben ein. "Ich habe mir dann selbst eine Praktikumsstelle in einem Telekommunikations-Shop gesucht", erzählt er. "Dort wurden meine Fähigkeiten im Umgang mit Kunden schnell erkannt, nach Beendigung des Praktikums unterschrieb ich den Ausbildungsvertrag zum Kaufmann im Einzelhandel." Sezayi Er ist da bereits 20 Jahre alt. Aber von nun an geht es in seinem Berufsleben nur noch aufwärts. "Schon parallel zur Ausbildung meldete ich ein Nebengewerbe als Promoter für Telekom an." Ein Taschengeld verdient er sich am Abend als Pizza-Fahrer. Telekom-Produkte und Telekommunikation stehen jetzt im Mittelpunkt seines Interesses und faszinieren ihn bis heute. An die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung schließt sich für ein Jahr die selbstständige Tätigkeit als Promoter auf Messen in Neumarkt, Amberg, München und Nürnberg an.

"Step-by-step habe ich berufliche Erfahrung immer mit Telekomprodukten gesammelt." Bis es 2011 schließlich so weit ist: In Mitterteich eröffnet er seinen ersten selbstständig betriebenen Telekom-Shop. Kurz darauf kommt in Weiden ein weiterer dazu. "Der Anfang war hart, man muss permanent kämpfen." An Urlaub etwa ist erst einmal kaum zu denken. Doch es lohnt sich: "Alleine in Weiden habe ich heute circa 5000 bis 7000 feste Kunden." Vier Mitarbeiter arbeiten in Weiden für ihn.

"Sei selbstbewusst"


Längst ist Er auch bei den Wirtschaftsjunioren engagiert und bildet selbst aus. Sein Rat an Schulabgänger: "Überlege dir frühzeitig, was du willst. Mach Praktika. Bleib dann bei deiner Entscheidung. Sei ehrgeizig, selbstbewusst, leistungsbereit und ausdauernd." Klingt fast wie die Zutaten für einen Film mit Happy End.
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