Die Oberpfälzer sollen die Forschungsergebnisse von Fraunhofer in die Weiterbildung tragen
Fraunhofer als Partner der OTH

Die IT-Sicherheit wird als Voraussetzung für das Gelingen von "Industrie 4.0" (Digitalisierung der Produktion) gesehen. Das Foto zeigt ein automatisiertes Pilotwerk von Continental mit Software aus der Oberpfalz. Bild: hfz

Die Fraunhofer-Gesellschaft gilt bei der angewandten Forschung als führend in Europa. Das renommierte Institut wird nun Partner der OTH Amberg-Weiden: Die Oberpfälzer sollen die Forschungsergebnisse von Fraunhofer zum Thema IT-Sicherheit in die (berufsbegleitende) Weiterbildung tragen.

Weiden/München. Selbst im Mittelstand sind Attacken von Hackern und kriminelle Einschleusungen von Schadstoff-Viren alltäglich: Doch ohne Datensicherheit ist die Umrüstung auf die Digitalisierung der Produktion - Industrie 4.0 - nur schwerlich zu machen. Dieses Schlüsselthema macht Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht zu seinem Anliegen. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der Unionsfraktion sucht er nach Wegen, dass die Erkenntnisse von Fraunhofer zur IT-Sicherheit auch direkt bei den Unternehmen ankommen

Im Gespräch mit dem Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, Dr.-Ing. Reimund Neugebauer und Vorstand Professor Georg Rosenfeld, wurde schließlich die Idee geboren, über sechs Hochschulen im Bundesgebiet die Forschungsergebnisse an die richtigen Adressaten zu bringen: Ein Standort dafür soll die OTH Amberg-Weiden werden. "Ich habe politisch die Tür geöffnet, die OTH liefert die Qualität", sagt Rupprecht. Es folgte eine Reihe von intensiven Gesprächsrunden, u. a. sechs Stunden am vergangenen Donnerstag mit einer achtköpfigen Fraunhofer-Delegation in der OTH. "Ich gehe davon aus, dass Weiden festgezurrt ist", erklärt Rupprecht.

Politische Weichenstellung


Schon Ende des Jahres sollen erste "Pilotphasen" der geplanten "Qualifizierungs-Offensive" zur IT-Sicherheit anlaufen, bestätigt der stellvertretende Leiter der Fraunhofer Academy, Martin Fischer, (München) am Montag auf Nachfrage. "Wir freuen uns auf die OTH Amberg-Weiden als sehr attraktiven Partner." Insgesamt stehen zunächst sechs Millionen Euro im Jahr für sechs Hochschul-Standorte im Etat des Bundesbildungsministeriums zur Verfügung. Dazu kommen Drittmittel in Millionenhöhe. Rupprecht rechnet damit, dass drei bis vier Fraunhofer-Wissenschaftler in Weiden die Arbeit aufnehmen. Angestrebt seien jährlich bis zu 300 Qualifizierungen.

Nachdem Fraunhofer den Fokus auf die Forschung für die IT-Sicherheit setzt, sollen Hochschulen als "starke Partner" dezentral die "Transfer-Wege" dafür entwickeln. Fischer: "An der OTH in Weiden sind die Kompetenzen gegeben, die Resultate aus der aktuellen Forschung in konkrete Konzepte für die berufsbegleitende Weiterbildung umzusetzen." OTH-Präsidentin Andrea Klug ist zuversichtlich, dass es zu einer fruchtbaren Kooperation kommt. Herzlicher Dank gelte Albert Rupprecht für die politische Weichenstellung.
Wir freuen uns auf die OTH Amberg-Weiden als sehr attraktiven Partner.Martin Fischer, stellvertretender Leiter der Fraunhofer-Academy
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