Einziger Bieter ersteigert Nürnberger Quelle-Gelände für 16,8 Millionen Euro
Zuschlag an Sonae Sierra

Sechs Jahre nach der Quelle-Insolvenz ist das ehemalige Versandzentrum des untergegangenen Handelsriesen in Nürnberg unter den Hammer gekommen. Bild: dpa
Die Hängepartie bei der Suche nach einer neuen Zukunft für das frühere Quelle-Versandzentrum in Nürnberg ist beendet. Der portugiesische Investor Sonae Sierra erwarb am Dienstag die nach dem Flughafen Tempelhof zweitgrößte leerstehende Immobilie in Deutschland für 16,8 Millionen Euro. Sonae Sierra war bei der Zwangsversteigerung einziger Bieter.

Der Deutschland-Chef von Sonae Sierra, Thomas Binder, sprach nach der erfolgreichen Ersteigerung des 6,8 Hektar großen Areals von einem "Meilenstein" für sein Unternehmen. Wegen seiner Größe und seiner überregionalen Ausstrahlung halte er das Gelände für attraktiv. Es habe eine Stand-alone-Position (Alleinstellung) weit über Nürnberg hinaus, unterstrich Binder.

Was wird aus Künstlern?

Die Sonae-Sierra-Tochter Sierra Project Nürnberg, die bei der Versteigerung als Käufer auftrat, plant nach Binders Worten in dem 250 000 Quadratmeter großen Versandzentrum einen Mix aus Handel, Büros und Wohnungen. Dabei sollen rund 300 Millionen Euro investiert werden. Mit dem Umbau soll Mitte 2016 begonnen werden. Den bislang in dem Quelle-Komplex untergebrachten 150 Künstlern und Kreativen versprach Binder eine Zukunft. Sie sollen zu tragbaren Mieten in einem "Kreativzentrum" Platz finden. Die im Verein Quelle-Kollektiv zusammengeschlossen Künstler zeigten sich enttäuscht. Sie rechnen mit einer Kündigung und luden daher nach der Versteigerung zu einer improvisierten Trauerfeier vor dem Quelle-Bau ein.

Der Quelle-Kollektiv-Sprecher Hannes Hümmer sagte, Sonae Sierra interessiere sich schon seit Jahren für das Areal. Den Weg der Zwangsversteigerung habe das Unternehmen nur gewählt, um den Mietern auf einfachem Wege kündigen zu können. Das von Sonae Sierra angekündigte "Kreativzentrum" sieht Hümmer skeptisch. In Weiden wollte Sonae Sierra nach der Hertie-Schließung ein neues Einkaufszentrum errichten. Allerdings gab der Investor 2012 diese Pläne wieder auf.
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