Erfolg dank Mitbestimmung
Arbeitnehmertag würdigt die Arbeit der Personalvertretungen in den Unternehmen

Ehrengäste und Veranstalter würdigten die meist ehrenamtliche Arbeit der Betriebsvertretungen am Arbeitnehmertag im Neuen Rathaus. Hauptredner war der stellvertretende DGB-Stadtverbandsvorsitzende Josef Bock (Sechster von links). Grußworte sprachen DGB-Stadtverbandsvorsitzender Helmut Fiedler (Zweiter von links) und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (Siebter von links). Bild: sbü

Wenn Arbeitnehmer mitreden, gilt das längst nicht mehr als Handicap für Unternehmer. Die meisten großen Firmen arbeiten seit Jahren sehr erfolgreich mit dem deutschen Mitbestimmungsmodell. Der Arbeitnehmertag würdigte jetzt die Arbeit der Personalvertretungen.

Im Mittelpunkt des Arbeitnehmertages im Neuen Rathaus in Weiden standen die betrieblichen Personalvertretungen. Alle Redner von DGB und Stadt dankten für die meist ehrenamtliche Tätigkeit der Betriebs- und Personalräte sowie der gewerkschaftlichen Vertrauensleute und hoben ihre hohe Bedeutung sowohl für Wirtschaft als auch für Gesellschaft hervor. "Menschen, die sich ehrenamtlich im Betrieb engagieren, leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitswelt in der heutigen Gesellschaft", sagte Helmut Fiedler als DGB-Stadtverbandsvorsitzender Weiden.

Das Hauptreferat des Abends hielt Josef Bock als stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender zu dem Thema "Betriebsräte - gelebte Demokratie im Betrieb". Er zeigte das gesamte Spektrum betrieblicher Mitbestimmungsrechte auf, von personellen Einzelmaßnahmen, betrieblichen Veränderungen, Sozialplänen, Arbeitszeitgestaltung und Initiativrechte bis zur Beteiligung bei Personalgesprächen. Auch die Anordnung einer Videoüberwachung zähle dazu. "Ein Verzicht auf einen Betriebsrat bedeutet den Verzicht auf elementare Arbeitnehmerrechte", stellte Bock fest und fragte: "Was bedeuten Gesetze, wenn keiner mehr darüber wacht?"

Besseres Arbeitsklima


Kompetenz und Erfahrung des Betriebsrats hätten sich vor allem auch in Krisenzeiten schon vielfach bewährt. Längst sei erwiesen, dass Betriebe mit aktiven Betriebsräten die erfolgreicheren seien. Dort gebe es bessere Verdienstmöglichkeiten, das bessere Arbeitsklima und auch Arbeitsplatzsicherheit und Solidarität seien größer. Hierzu zitierte der DGB-Mann den Siemens-Chef Peter Löscher: "Mitbestimmung ist ein Standortvorteil in Deutschland, sie sichert auch Arbeitsplätze."

Zufrieden zeigte sich deshalb der Referent auch mit der Einrichtung eines Betriebsrats bei ATU. Und er lobte die versammelten Mitarbeitervertreter mit dem Satz: "Ihr schaut nicht nur zu, sondern mischt euch ein." Oftmals würde die Leistung der Betriebsräte zu wenig gewürdigt. Mit diesem Empfang solle dies nachgeholt werden, sagte Bock. Zusammenfassend stellte er fest, "der Betriebsrat leistet für die gesamte Demokratie einen wichtigen Dienst".

Immer in einem Boot


Diesem Lob schloss sich auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß an. In Betrieben mit Betriebsrat sei "das Sozialgefüge, der Betriebsfriede und das Betriebsklima besser". Bei allen Ausgliederungen von Organisationseinheiten der Stadt säßen Unternehmen und Betriebsrat immer in einem Boot. "Es gibt keine Schlechterstellung der Mitarbeiter in den Töchtern", stellte der Oberbürgermeister fest.
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