Fachmesse der Handwerkskammer in Weiden
Handwerker in der digitalen Welt

Die Referenten präsentierten ihre "digitalen Werkzeuge". Bild: hfz

Laptops, Webseiten und E-Mails sind laut dem Vizepräsidenten der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Franz Greipl, "standardmäßig im Einsatz". Die Möglichkeiten gingen aber weiter: Beispiele wie "3D-Druck" oder "NFC-Bezahlsysteme" seien Technologien aus der neuen digitalen Welt, dem sogenannten "Handwerk 4.0". Greipl eröffnete die Veranstaltung "Betriebsführung aktuell 2016" mit dem Thema "Der Handwerker in der digitalen Welt" in der Weidener Max-Reger-Halle.

Mario Göhring, Betriebsberater der Handwerkskammer, sprach von einem Wandel des Markts. Während sich früher die Kunden beim Anbieter vor Ort informierten, geschehe das heute online. Letztendlich kauften aber knapp 40 Prozent danach im Geschäft. Eine noch fast ungenutzte Variante sei die Visitenkarte mit Zap-Code. Dank "augmented reality" werde ein Blatt Papier zum "digitalen Schaufenster." Wie Handwerker bereits mit digitaler Unterstützung arbeiten, präsentierte Uli Götz, Leiter des Bildungszentrums in Schwandorf. Die Technologie des 3D-Drucks erleichtere es Modellbauern, Orthopädietechnikern oder Kunsthandwerkern höchst filigrane Bauteile, Ersatzteile oder Prototypen durch schichtweises Drucken zu fertigen. Aber auch Multikopter ersetzten immer öfter komplizierte Gerüstaufbauten. "Ausgestattet mit hochauflösenden Kameras, können diese mehrmotorigen Fluggeräte Fotos und Videos von Objekten in luftiger Höhe machen", erklärte er. Insbesondere bei Spenglern, Dachdeckern, Restauratoren oder in der PV-Technik kämen diese zum Einsatz. In naher Zukunft werde sich das "Building Information Modeling" durchsetzen, eine Software, bei der alle am Bau und der Planung Beteiligten gemeinsamen an einem Projekt arbeiten könnten.

Die Risiken der Digitalisierung verdeutlichte Christian Volkmer, geschäftsführender Inhaber der Projekt 29 GmbH. "Wo viel Technik ist, gibt es auch Schatten", verwies er auf die hohe Cyber-Kriminalität. "Gezielte Attacken auf Konkurrenten sind für 50 Dollar zu buchen." Seiner Erfahrung nach unterschätze der Mittelstand die Gefahren. "70 Prozent der Onlineauftritte weisen Mängel auf." Sein Tipp an die knapp 120 anwesenden Handwerker: "Betreten Sie neue Wege, aber konservativ, hören Sie auf Ihr Bauchgefühl."
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