Fast drei Dutzend Unternehmer in neuen Räumen
Wirtschaftsförderung der Stadt führt stets vertrauliche Gespräche

Bis zum Jahresende werden die drei Dutzend voll. So vielen Unternehmern hat dann die Wirtschaftsförderung in diesem Jahr erfolgreich bei der An- und Umsiedlung unter die Arme gegriffen. Zunehmend wichtiger wird das "Leerstandsmanagement" und die enge Zusammenarbeit mit Maklern und Banken.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt hat sich längst davon verabschiedet, nur städtische Flächen an den Mann bringen zu wollen. Sie versucht, auch private Objekte zu bedienen. So gelang es Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner und ihrem Team allein in diesem Jahr, im Gewerbegebiet Westlich Neustädter Straße, ein halbes Dutzend Grundstücke zu vermitteln: Hallenbau Merkl ist bereits eingezogen. Die Spenglerei Hecht erweitert auf das Nachbargrundstück. Für den Verkauf von drei weiteren städtischen Grundstücken und einer privaten Fläche sind die Notartermine vereinbart. Dabei zeichnet sich eine weitere wichtige Ansiedlung ab. Nur soviel: "Das Gebiet ist auch für die Automobilbranche hochinteressant."

Neue Flächen


"Jeder Betrieb soll in Weiden seinen Platz finden", betont Fehlner, die in diesem Jahr vertrauliche Anfragen im dreistelligen Bereich bearbeitete und dabei stets für die Ansiedlung in Weiden warb. Für viel Bewegung sorge weiterhin das billige Geld, das zur Existenzgründung bzw. zum Umzug von der Miete in ein eigenes Gebäude animiere. Da die städtischen Flächen immer weniger werden, rücken die privaten zunehmend ins Blickfeld. So hat die Stadt selbst Westlich der Neustädter Straße nur noch rund 9000 Quadratmeter im Angebot. Die ebenfalls erschlossenen privaten Grundstücke summieren sich aber auf 25 000 Quadratmeter, die die Stadt ebenfalls anbieten kann.

Mit dem Areal der Baumschule Hanweck kommen nun nochmals 12 600 Quadratmeter auf den Markt, die aber noch mit einem Bebauungsplan (dann projektgerecht) überplant werden müssen. Die Fläche ist bisher als Gärtnereibetrieb ausgewiesen.

"Zehenhaus"


Von Weiden-West nach Weiden Nord siedelte der Lohnfertiger WeLo um. Schrepel, ebenfalls in Weiden-Nord, erweiterte und machte einen ganzen Schuh daraus. Denn hier hat Junior Florian Schepel mit seinem "Zehenhaus", einem Online-Fachhandel für Schuhe, seine neue Bleibe gefunden. Inzwischen zählt der junge Betrieb sechs Mitarbeiter.

Im Gewerbegebiet Am Forst schlagen die Erweiterungen von Nachtmann sowie des Zweiradhändlers MSA zu Buche. Im Anwesen von Eisen-Knorr (ehemals Sybac) installiert die Strabag eine Niederlassung. Im Gewerbegebiet Leimbergerstraße hat der Drogeriemarkt Rossmann bereits eröffnet. Mitte November feierte das Kolping-Bildungswerk - in unmittelbarer Nachbarschaft - Richtfest für das neue Zentrum an der Robert-Bosch-Straße.

Entscheidend ist die Lage


Bei einem halben Dutzend Veränderungen in der Weidener Gastronomie war die Wirtschaftsförderung eingeschaltet. Ebenso half sie bei der Vermietung von zahlreichen Flächen in der Innenstadt, aber auch etwa der Deutschen Post am Hammerweg (nun in der ehemaligen Bäckerei Endres). Entscheidend sei immer der Standort. "Ist die Lage eines Objektes gut, stehen bei einer Schließung schon drei Nachmieter vor der Tür."

"Unser Interesse gilt auch der vitalen Innenstadt. Darum wollen wir frühzeitig wissen, was an Räumen frei wird, wo sich Veränderungen ergeben", sagt Fehlner. In Nebenlagen sei die Suche nach einer Nachnutzung schwieriger, und gerade deshalb sieht sich dort Cornelia Fehlner im Leerstandsmanagement gefordert. Um die Verbindungen zu den Maklern und Banken zu verbessern, lud die Stadt zum Weidener Maklertreffen. Dort stellte sie mit der Industrie- und Handelskammer das IHK-Standortportal Sisby vor. Bayernweit sind derzeit 3500 freie Gewerbeflächen von den jeweiligen Kommunen eingepflegt. Weiden ist natürlich mit Projekten vertreten. Übrigens eine Fundgrube auch für Jungunternehmer und Existenzgründer, die eine intensive Betreuung brauchen.

Beim "Plus der Oberpfalz"


Dass Weiden längst interkommunal denkt, zeigt sich nicht zuletzt, dass die Stadt zu den Gründern von "das Plus der Oberpfalz", für die Vermarktung der Flächen am Autobahnkreuz A 6/A 93 zählt. Inzwischen sind zehn Städte und Gemeinden dabei. Und die Weidener Wirtschaftsförderin hat die Geschäftsführung übernommen.

Noch 25 000 Quadratmeter in Weiden-West"Wir betreuen ansiedlungs- oder erweiterungswillige Betriebe, gleich ob klein oder groß, neutral und vertraulich. Wir haben den Überblick über die Grundstücke und Objekte, die zur Verfügung stehen", betont Cornelia Fehlner, die Leiterin der Stabsstelle Wirtschaftförderung. Die Entscheidung, wo ein Unternehmen siedele, treffe natürlich immer der Betrieb selbst. "Aber wir versuchen, den Standort Weiden ins Spiel zu bringen."

So brachte sich die Stadt etwa beim Münchener Internet-Radhändler Rabe-Bike ins Spiel, der sein Zentrallager im April und im Sommer auch einen Shop an der Dr.-Müller-Straße etablierte. Weitere positive Entwicklungen in Weiden-West: Die Firmen Hermann, Hör-Technologie und Lüberg-Elektronik erweitern mit Millionen-Investitionen. Maselli siedelte von der Ringstraße ins ehemalige Bug-Box-Gebäude. Der Sicherheitsdienst Sec zog in das Würschinger-Gebäude.

Auf die Verwertung von Autoreifen spezialisiert hat sich die Estcom Guprotec. In Weiden-West verfügt die Stadt noch über rund 25 000 Quadratmeter, die allerdings auf mehrere Flächen aufgeteilt sind. Umso wichtiger ist West IV. (wd)
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