Feierstunde an Hochschule
Bundesbank-Preise für OTH-Absolventen

Die Preisträger Daniel Seebauer und Lisa Schmidt (Dritter und Fünfte von links) zeigen ihre Auszeichnungen. Mit dabei: (von links) die OTH-Professoren Dr. Franz Seitz und Dr. Horst Rottmann, Präsident Franz Josef Benedikt von der Hauptverwaltung Bayern der Deutschen Bundesbank und Prof. Dr. Gerhard Roesl. Bild: sbü

Seit vielen Jahren gibt es enge Beziehungen zwischen der Fakultät Betriebswirtschaft an der OTH in Weiden und der Deutschen Bundesbank. Bei einer Preisverleihung wurde dies erneut deutlich.

(sbü) Der Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Bayern Franz Josef Benedikt überreichte in einer öffentlichen Feierstunde Bundesbank-Preise für Abschlussarbeiten auf den Gebieten Finanzmarktanalyse und Geldpolitik. Preisträger waren die Bachelor-Absolventen Lisa Schmidt von der OTH in Regensburg und Daniel Seebauer von der OTH Amberg-Weiden.

Lisa Schmidt analysierte in ihrer Abschlussarbeit Geschäftsmodelle von Banken, Daniel Seebauer beschäftigte sich mit Zinsen und Restlaufzeiten von Finanzprodukten. Viel Lob erhielten die Preisträger in der Laudatio von Professor Dr. Gerhard Roesl von der OTH Regensburg und Professor Dr. Horst Rottmann von der OTH Amberg-Weiden.

Langjährige Verbindung


OTH-Präsidentin Professor Dr. Andrea Klug würdigte die langjährigen engen Verbindungen zwischen Bundesbank und der OTH Amberg-Weiden. So sprach sie von einem "Netzwerk ehemaliger Bundesbanker", das sich auch ganz besonders auf die Person von Professor Dr. Franz Seitz von der OTH in Weiden konzentriere. Diese Kontakte seien "Mehrwert für die Hochschule". Auch seien über alle Jahre hinweg immer die Kontakte zu den "Bundesbank-Alumnis der OTH" aufrecht erhalten geblieben.

Präsident Benedikt sprach über "Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise: Handlungsoptionen für Geld- und Finanzpolitik". Zunächst beschrieb Benedikt die wirtschaftliche Entwicklung seit der Finanzkrise 2008 und zeigte anhand von Schaubildern, dass viele europäische Länder sich erst heute wieder sich an das Niveau ihrer Wirtschaftsleistung vor Krisenausbruch angenähert hätten. Deswegen handle es sich um die längste Wirtschaftskrise in der Nachkriegsgeschichte Europas. Mit Niedrigzinsniveau und expansiver Geldpolitik wurde darauf reagiert.

Benedikt zeigte auf, dass viel Liquidität in den Markt gepumpt worden ist, auch um der Spekulation gegen Italien 2011 entgegenzuwirken. Vor allem durch den Aufkauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank ist das Liquiditätsvolumen auf 1,7 Billionen Euro gestiegen. Dennoch habe die Kreditentwicklung nicht das erwünschte Volumen erreicht. Die Ursache sieht Benedikt hauptsächlich im fehlenden Vertrauen in die europäische Finanzpolitik. "Den Ankauf von Staatsanleihen sehen wir kritisch." Zwischenzeitlich würden auch die Risiken der Niedrigzinspolitik überwiegen. Dazu zähle, dass unrentable Unternehmen am Markt gehalten werden, so dass Strukturwandel und Produktivitätswachstum gebremst werden. Profitabilität deutscher Banken, Rendite von Lebensversicherungen, Wohnungsmarkt sowie der fehlende Reform- und Konsolidierungsdruck von Staatshaushalten wurden ebenfalls als Risiko beschrieben.

Größte Hypothek sei ein dramatischer Rückgang des Potenzialwachstums aufgrund fehlender Investitionen. Von einer Enteignung der Sparer könne allerdings in Anbetracht einer realen Verzinsung des Geldvermögens von 2,1 Prozent nicht gesprochen werden. Jedoch befürchtet Benedikt, dass künftig vor allem bei den Sparkonten die Realverzinsung leidet. Als Vorteile des Niedrigzinsniveaus nannte er Arbeitsplatzsicherheit und Beschäftigungswachstum, Kreditmöglichkeiten und Steuereinnahmen des Staates.

Wichtig: Vertrauen


Mit Blick auf die Zukunft sei es "dringend notwendig, dass das Potenzialwachstum wieder steigt". Dafür müsse aber das Vertrauen der Investoren zurückgewonnen werden. Benedikt sah zwei Optionen für Europa: Übertragung fiskalpolitischer Kompetenzen im Rahmen einer Fiskalunion oder Rückkehr zum geltenden Rahmen von Maastricht 2.0. Erforderlich sei in jeden Fall, den Ordnungsrahmen der Währungsunion zu stärken.
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