Feuern ohne Feinstaub

Munter prasselt das Holzfeuer im Kamin. Durch das falsche Bedienen von Öfen belasten Verbraucher schnell die Umwelt. Bevor die Heiz-Saison wieder losgeht, geben Experten Tipps, was zu beachten ist. Bild: dpa

Krachend teilt die Axt das Birkenholz in zwei Scheite. Spreißel fliegen. Gut getrocknet, knistert das Brennholz im Winter in Bayerns Öfen. Bevor die Heiz-Saison startet, geben Experten Tipps, wie Verbraucher umweltschonend heizen können.

Rund 2,2 Millionen bayerische Haushalte schürten vor zwei Jahren im Winter mit Holz. "Das sind rund 36 Prozent aller Haushalte im Freistaat. Zehn Prozent davon heizten ausschließlich mit Holz, 26 nutzten noch eine weitere Wärmequelle wie Öl", weiß Fabian Schulmeyer von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. "Holz wird immer beliebter, weil es regional verfügbar und im Vergleich zu fossilen Energieträgern günstig ist."

In den bayerischen Privathaushalten würden im Jahr rund 8,9 Millionen Kubikmeter Scheitholz in den Öfen verbrannt - also fast dreieinhalb Mal das Volumen der Cheops-Pyramide. Durch das Heizen von Holz in Kleinfeuerungsanlagen gelangten 2012 deutschlandweit rund 27 970 Tonnen Feinstaub in die Luft, wie das Umweltbundesamt in Dessau herausgefunden hat. "Die Gesamtemissionen lagen bei 216 500 Tonnen. Die Holzöfen tragen daher 13 Prozent zu den Emissionen bei", meldet das Umweltbundesamt.

Wie können die Verbraucher ihre Öfen umweltschonend anfeuern und den Feinstaubausstoß reduzieren? Johann Semmelmann, Obermeister der Kachelofen- und Luftheizungsbauer-Innung in Regensburg, gibt Tipps: "Das Scheitholz muss trocken und naturbelassen sein - keine Lacke oder andere Chemikalien." Beim Anschüren zuerst die großen Scheite in den Ofen legen. Mit der Spaltkante nach oben. "Der Anzünder kommt auf die Scheite und die Spreißel darüber verteilen", erklärt Semmelmann. In der Bedienungsanleitung könne der Kunde nachlesen, welche Holzart für seinen Ofen geeignet sei. Dort stehe, wie der jeweilige Ofen richtig betrieben werden müsse. Außerdem erhalte der Kunde beim Kauf meist eine Einweisung.

Kein feuchtes Holz

Das Holz dürfe laut Schulmeyer den gewünschten Wassergehalt von 15 bis 20 Prozent nicht überschreiten. "Die Lagerdauer hängt von der Größe der Scheite und dem Ort ab. Als Faustregel gilt aber: Ein bis zwei Jahre trocknen lassen", sagt der Experte. Sei das Holz zu feucht, gehe Energie bei der Verdampfung verloren und hohe Schadstoffemissionen seien die Folge. Der richtige Zeitpunkt zum Nachschüren sei kurz bevor die Flamme erlischt. Ob der eigene Ofen einen hohen Ausstoß an Feinstaub hat, könne der Verbraucher nur auf eine Weise kontrollieren:

"Wenn am Ofentürl kein Rußbelag zurückbleibt, wird wenig Feinstaub produziert", weiß Semmelmann. Bei den Feuerstätten, welche die umweltschonenden Standards nicht erfüllen, bestehe eine Nachrüstpflicht. "Bei älteren Anlagen kann man Filter einbauen oder den Ofen gleich austauschen."

Der zuständige Kaminkehrer informiere laut dem Obermeister die Kunden zwei Jahre vor der Frist, wann die Feuerstätte umgerüstet werden müsse. "Die erste Frist ist am 31. Dezember 2014, die nächste 2017." In der Datenbank hki-online.de könne der Verbraucher nachschauen, wann sein Modell an der Reihe sei. "Dort sind die verschiedenen Ofen-Typen der Hersteller und die Frist aufgelistet", versichert Semmelmann.

Der Experte empfiehlt jedoch, eine neue Feuerstätte zu installieren: "Die modernen Geräte sind so konstruiert, dass die Feinstaubbelastung gering ist, der Grenzwert sogar bei Weitem unterschritten wird." Früher seien die Öfen mit Kohle und Holz geschürt worden. Kohle brauche eine Luftzufuhr von unten, Holz von oben. "Heute können die Öfen für das ausschließliche Heizen mit Holz gebaut werden. Es gibt keinen Rost mehr, sondern Schamottböden", erklärt er.

Sparen mit neuem Ofen

Auch Peter Wilhelm, Obermeister der Kaminkehrer-Innung Oberpfalz, empfiehlt den Verbrauchern, sich einen neuen Ofen anzuschaffen. "Die Kunden können die Umwelt und den Geldbeutel entlasten." Behalte der Kunde seinen Ofen und rüste ihn nach, zahle er laut Semmelmann rund 1500 bis 1800 Euro nur für den Filter. Einen neuen Holzofen bekomme der Verbraucher bereits für 500 Euro. "Die Preise sind jedoch unbegrenzt hoch", meint der Experte.

Weitere Tipps zum richtigen Heizen mit Holz im Podcast.
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