Feuerverzinkerei Einhäupl setzt auf ausgefeilte Technologie
Kampf gegen die Korrosion

Vilseck/Weiden. Nach vorsichtigen Schätzungen verursacht Rost - die Korrosion - in Deutschland einen volkswirtschaftlichen Schaden von mehr als 100 Milliarden Euro im Jahr. Langlebigen Schutz bietet die Verzinkung von Blechen und Stählen. In der fünften Generation führt Franz-Josef Einhäupl das mehr als 150 Jahre alte Familienunternehmen mit Stammsitz in Vilseck im Landkreis Amberg-Sulzbach. Einst als Ein-Mann-Betrieb gegründet, zählt die Feuerverzinkerei Einhäupl heute 250 Beschäftigte an den Standorten Weiden (seit 1978), Mühlau (Sachsen) und Herzlake (Niedersachsen).

Von Holland bis Polen versieht Einhäupl die Metalle mit einem schützenden Überzug: von der Schraube bis zum Stahlträger für das Parkhaus, von der Leitplanke bis zum Baustahlgewebe. Allein am Standort Weiden-West bekommen täglich durchschnittlich 80 Tonnen Stahl im 16,5 Meter langen und 1,85 Meter breiten "Kessel" ein Zinkbad. Jedes einzelne Teil - aufgehängt an stabilen Drahtseilen - taucht über eine Krananlage in das 450 Grad heiße "Vollbad" ein: Was einen Verbrauch von etwa 3,5 Tonnen Zink am Tag zur Folge hat.

Die (verflüssigte) Füllung besteht aus rund 550 Tonnen Zink und 10 Tonnen Blei. In einem technologisch ausgefeilten Prozess werden die Stähle und Bleche vorher für den kompletten "Tauchgang" präpapiert. Quasi das "Herzstück" bildet dafür das sogenannte Flußmittelbad mit einem Salzgehalt von 450 Gramm pro Liter. Eine leistungsfähige Absauganlage entsorgt die Dämpfe und den Rauch beim Zinkbad. Firmenchef Franz-Josef Einhäupl prognostiziert die Lebensdauer auf bis zu 40 Jahre. Der kathodische Schutz bietet auch Garantie gegen Beschädigungen, z. B. beim Transport. Die sozusagen als "Abfallprodukt" entstehenden Zinkoxide finden u. a. in der Kosmetikindustrie Verwendung.

Besonders stolz ist Einhäupl auf das 2010 eingegliederte Werk in Herzlake. Es gilt als eine der modernsten Feuerverzinkereien in Europa, 2014 erfolgte die Erweiterung um eine Lackiererei, Sie bietet zusätzlichen Korrosionsschutz, u. a. für Offshore-Windräder im Meer.
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