Folge: Beschaffungskriminalität - Fahrraddiebstähle, Einbrüche, Autoaufbrüche gehen aufs Konto ...
Crystal-Junkie braucht bis 300 Euro am Tag

Die Sicherheitslage im Bereich Weiden stellten (von links) stellvertretender Inspektionsleiter Roland Ast, Inspektionsleiter Klaus Müller und Polizeihauptkommissar Günther Burkhard vor. Bild: Hartl
(ca) Mindestens 40 Jugendliche aus Weiden zwischen 14 und 18 Jahren sind Drogenkonsumenten. Diese Zahl ergibt die Polizeistatistik für 2014. "Eine Zahl, die auch mich erschreckt hat", sagt Polizeioberrat Klaus Müller, Leiter der Inspektion Weiden. Bei diesen 40 handelt es sich nur um die "Giftler", die als Tatverdächtige im Bereich der Rauschgiftkriminalität ermittelt wurden. 59 Tatverdächtige sind zwischen 18 und 21.

Zum weit überwiegenden Teil kamen die insgesamt 232 Tatverdächtigen aus der Stadt Weiden (170), der Rest aus den umliegenden Landkreisen. Ein "hausgemachtes" Problem also. 100 hatten es mit Crystal zu tun, 164 mit Cannabis - und manche mit beidem. Müller wird nicht müde, für "Need no Speed" zu werben: "Das muss unbedingt weiter gefördert werden. Bei den jungen Leuten erreichen wir mehr über Aufklärung als über Strafverfolgung."

Die Kripo meldet für 2014 einen Anstieg der erfassten Rauschgiftdelikte von 199 auf 296 Fälle. Inspektionsleiter Müller findet deutliche Worte: "Ich möchte beinahe sagen, dass es Glück ist, wenn wir einen Crystal-Konsumenten erwischen." Denn: "Wir liefern die zau'dürr ein. Wenn sie rauskommen, sehen sie wieder aus wie Menschen: sanierte Zähne, regelmäßiges Essen, Sportprogramm."

Beinahe nahtlos leitet der Polizeirat zu den Fahrraddiebstählen über. Warum? "Weil es sich zum Großteil um Beschaffungskriminalität handelt." Das Gleiche gilt für die Einbrüche. Ein massiv Abhängiger habe einen extremen Geldbedarf von 150 bis 300 Euro pro Tag. "Er muss jeden Tag schauen, wie er an Geld kommt."

Bei den Fahrraddiebstählen zahlt sich die Polizeiarbeit der letzten Jahre aus: Zum einen konnten die Fallzahlen mit 141 gestohlenen Rädern durch viel Präventionsarbeit auf sehr niedriges Niveau gedrückt werden (Regensburg verzeichnet 1200!). Zugleich stieg die Aufklärungsquote auf 34 Prozent (Regensburg 5). Das gilt als Verdienst von stellvertretendem Inspektionsleiter Roland Ast, Günther Burkhard und Fahrradsachbearbeiter Alfons Schmeidl. Ast: "Wir haben uns da viel einfallen lassen."

Auch in Weiden ist die Zahl der Einbrüche um 22 Prozent nach oben geschnellt. Ein hoher Wert: "Aber nicht so schlimm wie bayern- oder deutschlandweit." Es wurde in 44 Wohnungen eingebrochen. Auch dabei ging es den Tätern oft um Geld für Drogen, ebenso bei der Serie an Autoaufbrüchen im Frühjahr 2014, als 26 Pkw geknackt wurden.

Insgesamt will Müller eher beruhigen: "Die Sicherheit in Weiden ist umfassend gegeben." Der Anstieg der Straftaten um 1,9 Prozent auf 3634 sei geringfügig, die Aufklärungsquote mit 64 Prozent exakt auf Bayernniveau. "Es gibt keinen Grund, sich zu beunruhigen." (Seite 27)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.