Freisprechungsfeier für 164 Gesellen
Start frei für Handwerkskarriere

Nachwuchs für Handwerksbetriebe: 164 Gesellen erhielten ihr Abschlusszeugnis. Beste Zukunftschancen attestierte ihnen Handwerkskammer-Vizepräsident Franz Greipl in seiner Festansprache bei der Freisprechungsfeier in der Max-Reger-Halle. Bild: Bühner

Handwerksbetriebe in der Region können sich freuen. 164 neue Gesellen haben ihre Prüfung bestanden. Sie lösen zwar nicht das Problem des Fachkräftemangels im Handwerk, sind für ihre Betriebe aber wichtige Nachwuchskräfte.

Deswegen waren zu der traditionellen Freisprechungsfeier in der Max-Reger-Halle neben den Angehörigen der Gesellen auch viele Vertreter der Ausbildungsbetriebe gekommen. Die Gesamtsituation für den Berufsbeginn in einem Handwerksberuf könne kaum besser sein, betonte Handwerkskammer-Vizepräsident Franz Greipl in seiner Festansprache. "Wir haben stabile Auftragszahlen und eine gute Gesamtkonjunktur", stellte er fest.

Im Handwerk könne man gutes Geld verdienen, das gelte nicht für jeden Studienabsolventen, ergänzte Greipl. Und er nannte noch mehr gute Argumente für die Wahl eines Handwerksberufs. "11 000 Betriebe in unserem Kammerbezirk Niederbayern-Oberpfalz suchen einen Nachfolger" und "eine abgeschlossene Ausbildung ermöglicht vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten". Insgesamt sei der Gesellenbrief die "Eintrittskarte für eine erfolgreiche berufliche Zukunft".

Abwechslungsreiche Arbeit


Handwerker hätten im Beruf immer viel Abwechslung. "Kein Arbeitstag gleicht dem andern", versicherte der Vizepräsident. Generelles Lob zollte er auch der speziellen Ausbildung in Deutschland: "Dank der dualen Ausbildung haben wir keine nennenswerte Jugendarbeitslosigkeit." Handwerkliche Kompetenz könne man nicht per Mausklick kaufen. Das Handwerk würde sich aber auch der Herausforderung der digitalen Welt stellen. Weiterbildung sei deshalb stets angesagt. Schließlich dankte der Kammervertreter ausdrücklich allen Ausbildern für deren Leistung.

Im Anschluss an die Festansprache richtete Kreishandwerksmeister Joachim Behrend an alle neuen Handwerksgesellen den traditionellen Satz: "Hiermit spreche ich euch alle frei." Mit der Freisprechung würde die berufliche Verantwortung in die Hände der jeweiligen Gesellen gelegt, sagte Behrend. Er erinnerte daran, dass diese Tradition auch Ausdruck der Wertschätzung des Handwerks für den eigenen Nachwuchs sei.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß lobte in seinem Grußwort die vielen kleinen und mittleren Handwerksbetriebe als "Rückgrat der Wirtschaft". Als Vertreter der ehemaligen Auszubildenden bedankte sich Kristof Schönberger (Elektroniker-Automatisierungstechnik) bei allen Ausbildern. Als ehemaliger Auszubildender bei Witron Logistik und Informatik in Parkstein gehört Schönberger zu den fünf besten Teilnehmern der Sommergesellenprüfung.

Alle fünf haben mit der Gesamtnote Eins abgeschlossen. Zu den Prüfungsbesten zählen auch Peter Grundler und Maximilian Zuber, beide ebenfalls von Witron und beide ebenso Elektroniker-Automatisierungstechnik. Eine Eins haben außerdem Merlin Friese von der Kotec GmbH in Fürstenstein und Matthias Werner von der Baumann GmbH in Amberg. Die Prüfungsbesten erhielten einen Fortbildungsgutschein im Wert von 300 Euro.

35 sind gescheitert


Insgesamt hatten 199 Auszubildende an der Sommergesellenprüfung teilgenommen. 35 haben die Anforderungen nicht erfüllt. Die größte Berufsgruppe bei den Teilnehmern bildeten die Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk-Bäckerei mit 29 Teilnehmerinnen. Es folgen die Mauer mit 26 und die Friseure mit 25 Prüfungsteilnehmern. Mehr als 20 Teilnehmer gab es auch bei den Bäckern (23) und Schreinern (21). Den musikalischen Rahmen bei der Freistellungsfeier gestaltete das Bläserensemble der Musikschule Vierstädtedreieck Pressath unter der Leitung von René-Pascal Bauer.
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