Führungswechsel beim Wirtschaftsclub Nordoberpfalz
Für "festeres Auftreten"

Die neue Führungsspitze des Wirtschaftsclubs mit Präsident Gerhard Ludwig, Christian Fröhlich, Geschäftsführer Anton Braun, 1. Vizepräsidentin Cornelia Gebell, Nicolas Götz, 2. Vizepräsident Stefan Rank, Stefan Voit und Schatzmeister Thomas Ludwig (von links). Bild: cf

Spontan ernannte der Wirtschaftsclub Jürgen Spickenreuther zum Ehrenpräsidenten. Der Vorschlag kam von Nachfolger Gerhard Ludwig. Der einstige Vorsitzende des IHK-Gremiums will alle Kraft darauf verwenden, in Teamarbeit die Unternehmen in der Nordoberpfalz weiter "zu fördern und zu unterstützen".

Ohne Nebengeräusche ging bei der 156 Mitglieder zählenden Unternehmer-Vereinigung mit 27 000 Beschäftigten und 4,8 Milliarden Euro Jahresumsatz der Führungswechsel über die Bühne. Bei der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Hotel "Zur Heimat" hatte Lothar Höher als Wahlleiter eine leichte Aufgabe: Alle Wahlgänge erfolgten einstimmig und per Akklamation. Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel und die Studienabbrecher plädierte der scheidende Präsident für ein (berufsbegleitendes) Duales Studium in der "Bildungsregion" Nordoberpfalz.

Helmut Hör, der ebenfalls nicht mehr kandidierte, forderte mehr Selbstbewusstsein und politisch "festeres Auftreten" ein - nach dem Motto "schneller, härter, lauter". Immerhin sei die Nordoberpfalz (gefolgt vom Stuttgarter Raum) in Deutschland und Europa die stärkste Region für Intralogistik (hochtechnisierte Automation) mit mehr als 15 000 Beschäftigten. Beim Karpfen sei die nördliche Oberpfalz die größte deutsche Zucht-Region, und der Zoigl stelle ein Alleinstellungsmerkmal dar. Ernüchterung herrscht inzwischen bei der Metropolregion Nürnberg. "Die Themen sind zwar nicht uninteressant, aber es ist wenig herausgekommen", sagte Geschäftsführer Anton Braun. Hauptsächlich profitiere der "Speckgürtel Nürnberg". "Die Motivation, sich zu engagieren, wird deshalb geringer." Braun berichtete von den 13 Veranstaltungen des Wirtschaftsclubs mit insgesamt 451 Teilnehmern. Im April steht das Wirtschaftsforum an; die von Cornelia Gebell vorbereitete Clubfahrt führt Anfang August an den Main und Rhein. Etwas skeptisch äußerte sich Franz-Josef Einhäupl zur 2011 gegründeten Arbeitsmarktinitiative der Stadt Weiden: "Die Netzwerk-Funktion wurde zwar gestärkt, die direkten Erfolge sind jedoch recht überschaubar." Diese Veranstaltung schaffe keinen einzigen Arbeitsplatz, "das machen nur die Unternehmer".

Der Bericht von Schatzmeister Rudi Winter unterstrich, dass der Wirtschaftsclub über beachtliche finanzielle Mittel verfügt. "Die Entwicklung einer guten Zukunft" wünschte der neue Präsident Gerhard Ludwig.
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