Für 690 000 Euro ist die Immobilie an Asyl- und Sedanstraße zu haben
Rippl verkauft das Josefshaus

Harald Rippl will sich vom Josefshaus und auch vom angrenzenden "Hotel Josefi" (rechts) in der Sedan-/Asylstraße trennen. Auf insgesamt 2470 Quadratmetern könnte zum Beispiel ein hochklassiges Hotel entstehen, wofür es bereits Anfragen gebe, bestätigt der bisherige Eigentümer Harald Rippl. Bild: Dobmeier

Hotel, Kino, Büros? Was immer auch kommen mag, Harald Rippl schließt das Kapitel Josefshaus: Er verkauft. Über einen Würzburger Makler bietet er den Gebäudekomplex an. Für 690 000 Euro ist die Immobilie an Asyl- und Sedanstraße zu haben.

"Alle Mietverträge sind gekündigt", bestätigt Harald Rippl. Zum Jahresende sei das gesamte Gebäude geräumt. Alles ist von langer Hand vorbereitet. Auch das "Hotel Josefi", das Architekturbüro und Tanzstudio Feldmann verlassen das Gebäude. Er selbst werde mit seiner Unternehmenszentrale an den Unteren Markt ziehen. Es habe viele Ideen, viele Gespräche gegeben. "Die Schublade ist voll. Da ist wirklich Interessantes dabei. Aber ich werde in Weiden nicht mehr so stark investieren."
Mit der Stadtverwaltung komme er zwar "wirklich gut klar". Es gebe aber "immer wieder unsinnige Probleme", wenn sich die Stadtpolitik einmische. "Dann funktioniert's nicht mehr. Da gibt's nur ein neues Fiasko. Rippl und Stadt Weiden - das ist schwierig, und ich mag auch nicht mehr. "

Viel zu schade


Nur für einen Parkplatz, den er noch vor zwei Jahren in Angriff nehmen wollte, sei das Areal, immerhin 2470 Quadratmeter, viel zu schade. Deshalb habe er sich für den Verkauf entschieden. "Da sollen mal andere Investoren ran." Von der Stadt habe er zumindest die Zusicherung, dass er jederzeit abbrechen könne. 2017 könnten die Gebäude fallen.

Vor genau 20 Jahren übernahm die Familie Rippl das leerstehende Josefshaus für einen Kleinstbetrag. "Wir haben Millionen investiert und hielten unser Verpflichtung ein, es zehn Jahre lang im Sinne der Kirche zu betreiben." Nur wenige Male habe es "Irritationen" wegen "bestimmter Veranstaltungen" gegeben, wie 1998 mit den "Chippendales", der "Popp-Nacht" zu Weihnachten 2005 und zum Bürgerfest 2006. Legendär waren über viele Jahre die Ü-30-Partys, denen ein Brand im Untergeschoss ein überraschendes Ende setzte.

Zur Beseitigung der Brandschäden wurden Teile des Josefshauses auf Rohbauniveau zurückgebaut. Da die Stadt für den Weiterbetrieb nur eine "Duldung" erteilen wollte, habe er nicht in den Wiederaufbau investiert.

"Kauf auf Halde"


Für einen neuen Eigentümer seien durchaus ein "Kauf auf Halde" und eine "Resteverwertung" der Gebäude möglich. Erste Absicht sei aber der Abbruch. Dies werde bereits bei der Kaufpreisgestaltung deutlich. Die Bodenrichtwertekarte weise in diesem Quartier Quadratmeterpreise von 250 bis 450 Euro aus.

Da das Josefshaus und das Hotel "Josefi" an prominenter Stelle an den beiden Straßen stehen, setze er 390 Euro an, was eine Summe von etwa 960 000 Euro ergebe. Davon seien die Abbruchkosten von rund 250 000 Euro abzuziehen. "Mein Preis hat also durchaus seine Berechtigung." Der Abbruch des Josefshauses sei dabei relativ einfach. "Es ist letzten Endes ja nur eine große Halle."

Vier-Sterne-Hotel


Intensive Gespräche mit potenziellen Nutzern des Areals bestätigt Immobilienmakler Jörg Burger (BMI GmbH), der über gute Geschäftsbeziehungen in die Region verfügt. Es gebe zwar noch keine Unterschriften. Aber als besonders aussichtsreich zeigten sich die Verhandlungen mit Interessenten, die einen anspruchsvollen Hotel-Neubau (80 bis 90 Zimmer, Vier-Sterne-Niveau) anmieten wollten. Allerdings müsse dafür noch ein Investor gefunden werden, der die Hotelanlage errichtet. "Wir fahren mehrgleisig. Andere Verwendungen der Flächen sind natürlich möglich."
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