Fusionsversuch scheint im dritten Anlauf zu klappen [Aktualisierung]
Größte Volks- und Raiffeisenbank der Oberpfalz

Bild: hfz

Zwei Versuche zu genossenschaftlichen Fusionen scheiterten. Jetzt scheint es im dritten Anlauf zu klappen. Volksbank Nordoberpfalz, Raiffeisenbank Weiden und die Raiffeisenbank im Stiftland verständigten sich auf eine Verschmelzung. Somit könnte die größte Volks- und Raiffeisenbank der Oberpfalz mit mehr als 2,4 Milliarden Euro entstehen.

Weiden/Waldsassen. Die genossenschaftliche Zukunft liegt nun offenbar in einem nachbarschaftlichen Bündnis vor Ort, nachdem die geplanten „Fern“-Ehen mit der Volks- und Raiffeisenbank Amberg und der Raiffeisenbank im Naabtal nicht zustande gekommen waren (wir berichteten).

Weiden ist demnach unstrittig als Hauptsitz gesetzt. Bei der Namensfindung der neuen Nummer Eins unter den Regionalbanken deutet vieles auf eine „Volks- und Raiffeisenbank Nordoberpfalz“ hin: mit dann über 50 Filialen, 100 000 Kunden und 740 Mitarbeitern. Das künftige Marktgebiet reicht von Bärnau und Waldsassen im nordöstlichen Landkreis Tirschenreuth bis Luhe im Landkreis Neustadt, von Schlammersdorf im Westen (nahe dem Landkreis Bayreuth) bis Eger, Marienbad, Plana und Pilsen in Westböhmen, wo die Raiffeisenbank im Stiftland Filialen unterhält. Nur in Mitterteich, Tirschenreuth und Windischeschenbach kommt es angesichts von Doppel-Standorten wohl zu Filial-Zusamenlegungen.

Aus den geplatzten Fusionen der jüngeren Vergangenheit lernten offenbar die Beteiligten: Sie informierten ihre Mitarbeiter vorab, bevor sie sich an die Medien wandten. Die seit wenigen Monaten geführten Verhandlungen gingen unter größtmöglicher Diskretion von statten.

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz am Montagvormittag in der Volksbank-Hauptstelle Weiden herrschte „auf Augenhöhe“ demonstrative Zuversicht. Gastgeber Direktor Rudolf Winter kündigte – vorbehaltlich der Zustimmung der Mitglieder in den Vertreterversammlungen – eine Verschmelzung zum 1. Januar 2017 an. Bis Ende 2016 soll das Strategie- und Raumkonzept stehen. „Wichtig ist nicht die Größe der künftigen Bank, sondern der Nutzen für die Kunden. Sie sind unsere Eigentümer“, erklärte Hermann Ott, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Weiden.

Stärker als der Markt


Durch die sogenannte „Platz-Fusion“ – also in direkter Nachbarschaft – erwarten sich die Vorstände gewaltige Synergien bei den Verwaltungskosten. Vorstandssprecher Thomas Wirth von der Raiffeisenbank im Stiftland: „Gerade bei Dokumentationspflicht und Regulatorik fällt die gleiche Arbeit an, ob die Bank nun 50 Millionen oder eine Milliarde Euro Bilanzsumme hat.“ Alle drei Banken sind in den vergangenen Jahren aus eigener Kraft (organisch) weit stärker gewachsen als der Markt.

Eine Sonderstellung nimmt dabei die Raiffeisenbank im Stiftland ein: Durch ihr Warengeschäft mit einem Jahresumsatz von 53 Millionen Euro ist sie bereits jetzt die größte „gemischt-wirtschaftliche“ Genossenschaft in Bayern.
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