Gemeinsame Bewerbung mit Regensburg für Digitales Gründerzentrum
Neue regionale Allianz

Gerade in der mittleren und nördlichen Oberpfalz sieht die Staatsregierung bei der Digitalisierung einen "besonderen Handlungsbedarf". Die Region bewirbt sich mit aussichtsreichen Chancen um ein "digitales Gründerzentrum": Hinter der Bewerbung steht eine ungewöhnliche Allianz.

Weiden/Amberg. Diskret, hinter verschlossenen Türen tagten bisher die verantwortlichen Kommunalpolitiker und Mandatsträger mit der OTH-Spitze: Bei diesen inzwischen sechs nichtöffentlichen, vertraulichen Treffen, suchten die regionalen Entscheider - von Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny bis zu Tirschenreuths Landrat Wolfgang Lippert, von Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß bis zum Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling - nach einem erfolgversprechenden Weg für eine Bewerbung. Der scheint nun gefunden. Am 13. Mai um 13 Uhr wollen die Beteiligten mit ihrem Konzept an die Öffentlichkeit gehen.

Regensburg im Boot


"Es kommt zu einer echten regionalen Allianz", bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung Dr. Wolfgang Weber, bei der OTH Amberg-Weiden verantwortlich für Grundsatzangelegenheiten und Hochschulentwicklung. Dem Vernehmen nach gelang es den Nordoberpfälzern, den Raum Regensburg (über eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Regensburg) für das Zukunftsprojekt mit ins Boot zu holen.

"Weil in jedem Regierungsbezirk nur ein einziges ,digitales Gründerzentrum' angesiedelt wird, macht nur eine gemeinsame Oberpfälzer Bewerbung Sinn", betont Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (CSU). Der Stimmkreisabgeordnete von Tirschenreuth hatte das lange Zeit unterschätzte Thema ins Rollen gebracht. Mit den neuen Zentren will die Staatsregierung der Digitalisierung noch mehr Schwung geben, den Fokus auf die Bildung von Netzwerken setzen und Anlaufstellen für Existenzgründer schaffen. Was wäre dafür besser geeignet als die OTH Amberg-Weiden, die bereits beachtliche online-Kompetenz bündelt?

Hier schlägt die Stunde des im Wesentlichen von der Sparkasse Oberpfalz Nord getragenen E-Hauses, das direkt neben der OTH am Standort Weiden gebaut wird (wir berichteten). Die gesamte erste Etage des E-Hauses soll für ein "digitales Gründerzentrum" zur Verfügung stehen, dazu kommen weitere Räume im ATZ Amberg. Nachdem sich ein Doppelstandort Amberg-Weiden schon bei der Hochschule bestens bewährt hat, wird eine ähnliche Kombination auch für ein "digitales Gründerzentrum" mit insgesamt 350 Quadratmetern angestrebt.

250 000 Euro im Jahr


Der Freistaat fördert die digitalen Gründerzentren mit bis zu 250 000 Euro im Jahr: Erwartet aber im Gegenzug ein finanzielles Engagement der Region in gleicher Größenordung. "Jetzt gilt es, die regionale Wirtschaft mit ins Boot zu holen", meint Abgeordneter Reiß. Die Zeit drängt. De Entscheidung fällt im Frühsommer und bereits Ende 2016 bzw. Anfang 2017 soll nach den Vorstellungen des Wirtschaftsministeriums der Betrieb anlaufen.

Ilse Aigner begrüßte am Freitag bei einer Veranstaltung in Weiden das gemeinsame Bewerbungs-Konzept mit Regensburg. "Die potenziellen Netzwerke geben den Ausschlag, nicht die Büroräume."
Jetzt gilt es, die regionale Wirtschaft mit ins Boot zu holen.Landtagsabgeordneter Tobias Reiß
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