Geschäftskunden-Studie der Commerzbank:
Fachkräftemangel drückend

Sorgen wegen Fachkräftemangel und Altersvorsorge: Bereits zum dritten Mal führte die Commerzbank ihre Geschäftskunden-Studie durch. Interessant sind die Detailergebnisse für Ostbayern.

Weiden/Amberg . Nach wie vor überwiegt der Optimismus, gleichzeitig trüben der immer stärker werdende Fachkräftemangel sowie eine ungenügende Alterssicherung die Stimmung. Sebastian Hackl, Commerzbank-Niederlassungsleiter Privatkunden Weiden, präsentierte die Befragung zusammen mit Kurt Schwer, Leiter Geschäftskunden Weiden. Im Spätsommer wurden mehr als 3000 Geschäftskunden, darunter 50 aus Ostbayern, befragt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die positive Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung nochmals verstärkt. Jetzt bewerten in Ostbayern schon 82 Prozent (bundesweit 81 Prozent) die Geschäftslage als "gut entwickelt" oder "stabil". Ein Jahr zuvor waren dies in Ostbayern 74, im Bundesgebiet 75 Prozent. Nicht ganz so zuversichtlich fällt die Beurteilung der Erwartungen für 2017 aus. Hier liegt Ostbayern mit 68 Prozent positiven Antworten deutlich unter dem Bundesergebnis von 73 Prozent.

Gefahr der Überlastung


Das Internet hat zwar eine steigende, aber nach wie vor untergeordnete Bedeutung für die Geschäftstätigkeit. Gefragt wurde auch nach den Folgen langanhaltender Niedrigzinsen. Noch sehen in Ostbayern 56 Prozent, bundesweit nur 48 Prozent, deswegen keine negativen Auswirkungen auf das Unternehmen. Allerdings sagt schon jeder Dritte: "Die private Altersvorsorge ist bedroht." Großen Raum nimmt in der Studie der Fachkräftemangel ein. Schon fast jeder zweite zählt dieses Problem zu den drei größten unternehmerischen Risiken. Noch vor einem Jahr sah dies nur jeder Dritte so. Fachkräftemangel führe vor allem zur Überlastung der vorhandenen Mitarbeiter, zu geringerem Wachstum und zu Beeinträchtigung von Qualität und Schnelligkeit, sagen die Befragten.

Noch deutlicher kommt das Fachkräfteproblem aus den Antworten auf die Frage nach Schwierigkeiten bei der Suche nach neuen Mitarbeitern zum Ausdruck. Für 61 Prozent der ostbayrischen Geschäftskunden (bundesweit 74 Prozent) ist es "schwierig oder sehr schwierig", neue Mitarbeiter zu finden. Gründe seien hauptsächlich der Mangel an Auszubildenden und fehlende Fachkenntnisse bei Bewerbern.

Gefragt wurde auch nach dem Weg, neue Mitarbeiter zu finden. Jobportale oder Social Media spielen bei der Fachkräftegewinnung nur eine untergeordnete Rolle. Für bereits jeden vierten Geschäftskunden sind "Flüchtlinge eine Option".

Für das Geschäftsmodell "Kundennähe" und "keine Schließung von Filialen" erhält die Commerzbank viel Unterstützung aus der Befragung. Schließlich zählt jeder zweite Befragte "Kundennähe" zu den attraktivsten Standortfaktoren.
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