Großaktionäre Munich Re, Deutsche Bank und WMF wollen ihre Anteile versilbern
Bauscher bekommt neuen Eigentümer

Blick in den hochmodernen Brennofen von Bauscher. Archivbild: Hartl

Solide und profitabel behauptet sich der Porzellanhersteller BHS tabletop AG auf dem Weltmarkt. Gerade weil das Unternehmen mit den Marken Bauscher, Tafelstern und Schönwald so erfolgreich ist, wollen die drei Großaktionäre Munich Re, Deutsche Bank und WMF ihre Anteile von 82,7 Prozent versilbern.

Weiden/Selb. Der Aktienkurs des Unternehmens reagierte auf die sogenannte "ad hoc-Mitteilung" des BHS-Vorstands aus Selb am Montag mit einem kräftigen Plus von knapp 6 Prozent am Tagesschluss. Die Münchener Rückversicherung hält 28,91 Prozent, Deutsche Bank 28,90 Prozent und der Küchenprofi WMF 24,90 Prozent der insgesamt 3,413 Millionen Aktien. Bei einer Marktkapitalisierung von knapp 47 Millionen Euro würde ein Verkauf der Anteile mehr als 38 Millionen Euro in die Kassen der Eigner spülen.

Die Stellungnahme der BHS tabletop fällt diplomatisch aus: "Die Überlegungen der Großaktionäre stehen im Zusammenhang mit der Überprüfung von geschäftlichen Aktivitäten innerhalb der Konzerne." Diese Initiative sei "legitim" und ein "im Wirtschaftsleben normaler Vorgang". Im Aufsichtsrat des Porzellanherstellers haben die drei Großaktionäre Sitz und Stimme inne. Die BHS - Weltmarktanteil 10 Prozent - steht im Ruf eines "Juwels" der Branche. Bei 114,2 Millionen Euro Umsatz, einem Ergebnis von 5,5 Millionen Euro (vor Zinsen und Steuern) und hoher Liquidität betrug 2015 das Eigenkapital über 34 Prozent. Seit 2011 stieg die Zahl der Mitarbeiter um 90 auf 1154.

Eine Dividendenrendite von mehr als 3,7 Prozent bereitet den Shareholdern gerade in der Nullzinsphase ordentlich Freude. Die BHS tabletop verkauft jährlich über 40 Millionen Geschirrteile in mehr als 100 Länder; 200 Millionen Menschen essen täglich von Porzellan aus der Oberpfalz und Oberfranken. Weil die BHS als "weltweit erfolgreichster Anbieter" von Porzellan bei Außer-Haus-Verpflegung gilt, scheint für die Großaktionäre der Zeitpunkt ideal, Kasse zu machen. Dem Vernehmen nach wird die Verkaufsabsicht als "Signal an den Markt" gewertet, "damit Interessenten die Hand heben".

Konkrete Namen von potenziellen Käufern gibt es noch nicht. Der Vorstand der BHS tabletop signalisiert sein Vertrauen in einen guten Investor - und ist zuversichtlich, die erfolgreiche Entwicklung "auch in einer möglicherweise veränderten Eigentümerstruktur fortzusetzen".
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