Grundstein für Nordoberpfalz-Center gelegt
Aus Stadtgalerie wird „noc“

So soll das NOC aussehen wenn es im Frühjahr 2018 eröffnet wird. (Foto: Fondara)
 
Der wichtigste Moment: Die Fondara-Vorstände Thomas Schumacher (links) und Franz Humplmair (rechts) legen mit Oberbürgermeister Kurt Seggewiß den Grundstein fürs "noc". (Foto: Götz)

Die Granittafel ist auf Hochglanz poliert. Und darum sausen die Hämmer nicht herunter. Vielmehr streicheln die Fondara-Vorstände Franz Humplmair und Thomas Schumacher sowie OB Kurt Seggewiß nur den "Grundstein". Das passt in diese "historische Stunde" für den Handel in Weiden und der Region. Schumacher enthüllt auch den neuen Namen der Stadtgalerie.

Das Warten hat ein Ende. Die Stadtgalerie, die Schumacher bei der Grundsteinlegung am Freitag als "Einzelhandelsmotor der Stadt und der Region" bezeichnet, wird den Namen Nordoberpfalz-Center, kurz "noc", tragen. Und damit verdeutlichen, dass es Einkaufsmagnet für 300 000 Menschen aus der Region und 30 000 Besuchern aus Tschechien sein will.

Der Handel verändere sich. Dennoch investiere Fondara rund 100 Millionen Euro in das Nordoberpfalz-Center. "Warum?", fragte Schumacher - um selbst die Antwort zu geben. Die Menschen in der Nordoberpfalz hätten bisher treu zu ihrem Oberzentrum Weiden gestanden. Obwohl es "Verluste an den Rändern" gebe, gehöre Weiden mit einem Kunden-Index von über 200 zu den drei "bindungsstärksten" Städten in Deutschland. Aber es seien Investitionen nötig, damit dies so bleibe. "Der Einzelhandel und die Stadtgalerie leben davon, dass die Menschen aus der nördlichen Oberpfalz hierher kommen."

Die Grundsteinlegung für die Stadtgalerie bezeichnete Oberbürgermeister Kurt Seggewiß als "ganz, ganz großen Moment für die Stadt". Auch die gesamte Region fiebere mit. Weiden habe nach der Hertie-Schließung als Einkaufsmetropole verloren. "Bayreuth hat gezogen, Regensburg zieht." Nun gehe es mit der "Stadtgalerie" sichtbar voran. "Mein Herz schlägt schneller."

Die Stadt habe allerdings schon einige Infarkte hinter sich, blieb Seggewiß im Bild: "Wir hatten den Leerstand am Dänner-Eck. Dann hat auch Hertie geschlossen. Es gab Wiederbelebungsversuche und Herzmassagen mit Sonae Sierra." Doch die Portugiesen verließen die Stadt wieder. "Wir hatten unsere Hausaufgaben gemacht. Wir haben den Runden Tisch und ein Konzept für Weiden erstellt, das nun größtenteils fortgeführt wird."

Voller Optimismus


Obwohl von der Stadt mit offenem Herzen empfangen, hätten es Franz Humplmair und Thomas Schumacher in Weiden nicht leicht gehabt. "Ein Nachbar hat das geplante Kino kaputt gemacht." Aber nun fiebere Weiden dem Jahr 2018 entgegen - "ohne dass das Herz leidet". "Wir werden hier wieder Spaß und Freude beim Einkaufen haben. Wir schauen voller Optimismus in die Zukunft. Wir haben wirklich gute Operateure erwischt", zeigte sich Seggewiß in seiner Rede von der Qualität der "noc"-Investoren überzeugt.

Projektbetreuer Philipp Hlousek begrüßte die besonders prominenten Gäste unter den rund 300 Geladenen. Stadtpfarrer Markus Schmid und Pfarrerin Stefanie Endruweit spendeten den kirchlichen Segen. Es spielte die Stadtkapelle.

Das kommt in den Grundstein (vok) Der Grundstein ist gelegt, der Name ist genannt. Die Stadtgalerie wird zum "Nordoberpfalz Center", in der Kurzform "noc". Rund 300 geladene Gäste verfolgten am Freitagmittag den Festakt in der riesigen Baugrube zwischen Sedan-, Goethe-, Ring- und Weißenburgstraße.

In der Kupferrolle, die in den Grundstein eingemauert wurde, befindet sich zum Beispiel auch die Bayerische Verfassung. Dazu kommen aktuelle Geldmünzen, die Weidener Stadtchronik, eine Zoigl-Karte und auch ein Exemplar der Tageszeitung "Der neue Tag". Schließlich findet sich dort die offizielle Grundsteinlegungsurkunde mit den Unterschriften der Fondara-Geschäftsführer Franz Humplmair und Thomas Schumacher sowie von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Der OB betonte den Zusammenhalt der Region. Die Gäste kämen aus Weiden und den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/WN und Schwandorf.



"noc" wie die Nacht

Angemerkt von Jürgen Herda

In der Geschichte der Markenbezeichnung gab es schon manchen Fehlgriff. Nissans "Serena" ist hier zu nennen, der an eine Damenbinde erinnert. Der finnische Scheiben-enteiser "Super-Piss" erwies sich in den USA als Ladenhüter. Dagegen mutet "noc" geradezu harmlos an, oder?

Bedenkt man aber, dass Fondara mit dem "Nordoberpfalz-Center" tschechische Käufer anlocken will, hätte die Wort-Recherche nicht geschadet. Noc bedeutet auf Tschechisch "Nacht", was an und für sich nicht verwerflich ist. Weiß man, dass bei den Nachbarn "vecerníki", Abendgeschäfte (vecer, Abend), beliebt sind, könnte mancher auf den Gedanken kommen, Weidens neue Mall habe die ganze Nacht offen - in Tschechien kein abwegiger Gedanke.

Gut, falls die erwarteten 30 000 Westböhmen beim Black Friday 2018 zum nächtlichen Sturm auf das "noc" ansetzen, kann man immer noch über das deutsche Ladenschlussgesetz diskutieren.
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Leser Onetz aus Weiden in der Oberpfalz | 27.11.2016 | 10:36  
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