Hauptversammlung der Kliniken Nordoberpfalz AG: Standortschließungen, Personalabbau und ...
Begehrte Betten

Die Bauarbeiten in und um das Klinikum in Weiden laufen auf Hochtouren. Bis 2017 soll sich die zentrale Notaufnahme um das Zweieinhalbfache vergrößern und so die in der Vergangenheit teils problematischen Wartezeit dort entsprechend verkürzen. Kostenpunkt: 8 Millionen Euro. 6,5 Millionen Euro trägt der Freistaat. Am Freitag gossen die Bauarbeiter die Decke. Bild: Hartl

Der Andrang ist größer geworden in der Kliniken Nordoberpfalz AG. 1000 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum sind bis Ende Juni 2015 behandelt worden. Kränker als anderswo sind die Menschen in der nördlichen Oberpfalz deshalb aber nicht.

Von einer "extrem erfolgreichen Belegungssituation" im Jahr 2015 berichtet Vorstand Josef Götz am Donnerstag bei der Hauptversammlung der Kliniken Nordoberpfalz AG. Trotzdem graben sich tiefe Sorgenfalten in die Gesichter der Anwesenden: Standortschließungen, Personalabbau und eingeschränkte Leistungsangebote drohen wegen des Gesetzesentwurfs zum Krankenhausstrukturgesetz. Die Folge: Politische Entscheidungsträger müssen sensibilisiert werden. So lautet jedenfalls die einhellige Meinung nach hitziger Diskussion.

22 000 Patienten und damit 1000 mehr als im Vorjahreszeitraum wurden bis Ende Juni in der Kliniken AG behandelt. Ein wenig ist der Anstieg der Grippewelle zu Beginn des Jahres geschuldet, räumt Götz ein. Vor allem rühre er aber von dem erweiterten Leistungsangebot wie vom Beckenbodenzentrum oder der Mitralclip-Operation für Herzpatienten her.

Immer mehr Personal

Auch die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Vorjahresvergleich um 42 auf 1975 Vollkräfte erhöht. Aktuell beschäftigt die AG damit 2800 Mitarbeiter. 250 mehr als zur Gründung 2006. "Auf diesen regionalspezifischen Arbeitsplatzaufbau und diese hoch ausgebildeten Kräfte sind wir stolz", sagt Götz. Doch Mitarbeiter kosten. In der Bilanz 2014 schlägt sich der Personalaufwand mit 124 Millionen Euro als "größter Brocken" nieder. Der Sachaufwand liegt bei 62 Millionen Euro. Was am Ende übrig bleibt? 63.000 Euro. Mit diesem geringfügigen Überschuss schreibt die AG 2014 eine schwarze Null.

Zugleich tut sich was an den Standorten. Allein in Weiden laufen vier Baumaßnahmen: Die Sterilgutversorgungsanlage wird genauso erweitert wie die Notaufnahme. Seit diesen Tagen laufen die ersten Bauarbeiten auf dem Augustiner-Gelände. Drei Stationen und der Hubschrauberlandeplatz entstehen. Kostenpunkt: 34 Millionen Euro. Der Freistaat trägt davon 30 Millionen Euro. Bereits Ende Oktober soll das erste Untergeschoss der Tiefgarage wieder nutzbar sein. Sie wird derzeit saniert.

Ebenfalls im Oktober werden dem Aufsichtsrat zukunftsweisende Konzepte vorgelegt. Sie sollen - wie von Wirtschaftsprüfern gewünscht - die Liquidität der AG verbessern. Dem Vernehmen nach wird über den Verkauf von Liegenschaften, Kostenoptimierung oder die Erschließung neuer Geschäftsfelder nachgedacht.
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