Hochkonjunktur der Minijobs

Minijobbs sind begehrter denn je. Vor allem Frauen und Ruheständler bessern damit ihr Einkommen auf. Bild: sbü

Die Zahl der Minijobber in der Stadt Weiden wächst. Doch die Frage nach der Ursache lässt sich schwer beantworten: Führt der Konjunkturaufschwung zum Boom oder zwingt die Not die Menschen dazu, ein Zusatzeinkommen erzielen zu müssen?

(sbü) Je nach Weltanschauung kann man sich die Antwort zurechtlegen. Vielleicht sind auch beide Gründe zutreffend. Tatsache ist jedoch, die Zahl der sogenannten geringfügig Beschäftigten ist in Weidener 2014 stärker gewachsen als die Gesamtzahl aller versicherungspflichtigen Voll-und Teilzeitbeschäftigten. Weiden liegt weit vor Amberg.

Hinzuverdiener

Minijobs haben Hochkonjunktur. In der Stadt kommt auf drei sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze ein Minijob. Ende 2014 zählte die Statistik der Bundesagentur für Arbeit in Weiden insgesamt fast 8500 sogenannte geringfügig entlohnte Beschäftigte. Dass dies besonders viele sind, zeigt der Vergleich mit anderen Städten. Für Amberg weist die Statistik die rund 5250, für Neumarkt 4700, für Hof 6000 und für Bayreuth 7000 aus. Auch wenn statistische Unschärfe durch Abweichung von Beschäftigungsort und dem Ort der Erfassung nicht auszuschließen ist, bleiben die Niveau-Unterschiede zwischen Weiden und anderen Städten bestehen.

Was in der Statistik über Minijobs in Weiden besonders auffällt: mehr Minijobber gibt es fast nur bei den "Zuverdienern". Die Statistiker sprechen von "geringfügig Beschäftigte im Nebenjob", das heißt von Menschen, die neben ihrem Hauptberuf eine Nebenbeschäftigung ausüben. Mitte 2014 waren dies in Weiden über 2700, rund 250 mehr als ein Jahr zuvor. Ausschließlich im Minijob erwerbstätig waren in Weiden 5680 Personen. Genaue Aussagen macht die Statistik auch über die Tätigkeitsbereiche der Minijobber. Größte Gruppe ist der Bereich Verkehr/Logistik mit über 2700, zu denen auch Post-und Zeitungszusteller zählen. Mit Abstand folgen Reinigungsberufe (1200), Verkaufsberufe (680) sowie Hotellerie und Gastronomie (660).

Auffallend ist auch, dass es binnen Jahresfrist in Weiden fast 100 Minijobber mehr in den medizinischen Gesundheitsberufen gibt (320). Rund 60 Prozent der Minijobber zählen zum sogenannten Helferbereich. Dass Weiden eine Einpendlerstadt ist, zeigt sich auch in der Statistik über Minijobs. Rund jeder zweite im Stadtgebiet tätige Minijobber pendelt ein. Auch dass Minijobs eine Domäne der Frauen (66 Prozent) sind, ist ebenfalls aus den Zahlen abzulesen. Sie zeigen, dass viele auch nach Ruhestandseintritt in einem Minijob tätig sind. Fast 1100 sind 65 Jahre alt oder älter. Dagegen sind ausländische Arbeitnehmer nur mit einem Anteil von vier Prozent vertreten.
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