IG BCE fordert "Zukunftskonzept" für den Polytec-Standort in Weiden
Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter

"Es ging immer nur um Gewinne - auf Kosten der Arbeitnehmer." Hartmuth Baumann
Widerspruch und Klarstellung: Helmuth Baumann, Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE), weist die Aussagen von Markus Huemer, Vizepräsident der Polytec-Gruppe, entschieden zurück. Huemer hatte im Gespräch mit dem NT geklagt, die Gewerkschaft sei unflexibel und an der Rettung der 100 Arbeitsplätze, die im Polytec-Werk Weiden im Feuer stehen, weniger interessiert als am Festhalten am Flächentarifvertrag.

Seit Jahren werde vielmehr der Standort Weiden mit einem speziellen Sanierungstarifvertrag in seiner Wettbewerbsfähigkeit durch die Gewerkschaft IG BCE unterstützt, betont Baumann: "Dieser Tarifvertrag, Beispiel für die große Flexibilität der IG BCE, sollte den Standort stärken und die Arbeitsplätze langfristig sichern. Die Arbeitnehmer verzichteten teilweise auf über 10 Prozent ihres Einkommens." Deshalb sei der geplante Jobabbau besonders hart. "Er ist wie ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter." Das Management habe diese Chance in keinster Weise genutzt. "Es ging immer nur um Gewinne - auf Kosten der Arbeitnehmer." Trotzdem habe die IG BCE im Juli 2015 ihre Bereitschaft gegenüber des Eigentümers erklärt, erneut in Abstimmung mit den Beschäftigten einen Investitionsbeitrag zu leisten, wenn es ein Zukunftskonzept für den Standort Weiden gebe.

Die IG BCE sehe eine Zukunft nur in deutlichen Investitionen in die technische Ausrüstung sowie einer Lösung in der Gebäudefrage, betont Baumann. Wie berichtet endet der Mietvertrag im Jahr 2017.

Diese Thematik wollte die IG BCE am Mittwoch mit dem Eigentümer besprechen. Allerdings wurde diese Bereitschaft zu Gesprächen ausdrücklich vom Eigentümer abgelehnt und die Gewerkschaft zu Beginn der Sozialplanverhandlungen am Donnerstag ausgeladen. "Es ist schon merkwürdig, wenn die Flexibilität von der Gewerkschaften gefordert wird, ist der Eigentümer schnell bei der Sache." Geht es aber um die Rettung von Arbeitsplätzen, bestehe offensichtlich kein Handlungsbedarf.

Die IG BCE kämpfe seit 125 Jahren für Erhalt und Entwicklung von Arbeitsplätzen. "Wir haben dabei immer Verantwortung für die soziale Sicherheit übernommen."
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