IHK-Gremium tagt in der Kulturhauptstadt Europas - Intensive Kontakte ins Nachbarland
Wirtschaft trifft Kunst in Pilsen

Vom Haus der Wirtschaft in die Westböhmische Galerie und schließlich zu einer Firmenbesichtigung in Chodová Planá: Mit dem Ziel, sowohl wirtschaftliche als auch kulturelle Eindrücke aus der Region rund um Pilsen mitzunehmen, tagte das Weidener IHK-Gremium im Regionalbüro der IHK Regensburg/Kelheim und der deutsch-tschechischen Handelskammer in der tschechischen Stadt.

Karla Stánková vom Regionalbüro Pilsen, die ein Austauschjahr am Augustinus-Gymnasium Weiden verbracht hat, schilderte die Handelsbeziehungen zwischen Bayern und Böhmen. Der Freistaat gilt als wichtigster Handelspartner Tschechiens. Bei einer Arbeitslosenquote von derzeit nur 4,6 Prozent im Raum Pilsen werden auch im Nachbarland die Fachkräfte knapp. Ein grenzüberschreitendes Problem also.

Sie betonte zudem die guten Kontakte von Regionalbüro und Handelskammer zu Behörden und Politik. Dass dieses Netzwerk bei Firmengründungen oder Erweiterungen in der Tschechischen Republik wichtig ist, bestätigte auch Helmut Keck, Mitglied der Geschäftsführung der Waldershofer Firma Schmelzer. Diese hat bereits seit 1992 einen Standort im Nachbarland und plant, ein neues Werk zu errichten. In der Praxis sei es wichtig, dass die unterschiedlichen Standorte der Firmen gut verzahnt sind, und die Führungsriege die deutsche Sprache beherrsche. Verträge müssten zweisprachig sein. Außerdem, so hat Keck festgestellt, sind Behördenwege und Förderstruktur anders. Ebenso die Ausbildungsstruktur und die Mentalität: "Die Tschechen sind Weltmeister im Improvisieren, die Deutschen dagegen im Planen." Den Mitarbeitern müsse klar sein, "der Betrieb in Deutschland ist von dem in Tschechien abhängig und umgekehrt".

Da Pilsen Europas Kulturhauptstadt 2015 ist, besuchte die Delegation anschließend in der Westböhmischen Galerie die Bilderausstellung von Gottfried Lindauer (1839-1926). Der Pilsener Maler hat in Neuseeland gelebt und dort Maori portraitiert.

Kupferdach für das Adlon

Um sich ein Bild von den vielfältigen Aktivitäten - Anlagenbau, Formentechnik, Agrartechnik und Spenglerei - der Firma Ambros Schmelzer zu machen, besichtigten die Gremiumsmitglieder auf dem Rückweg in Chodová Planá die tschechische Dependance. Im Jahr 1997 hat das mittelständische Unternehmen übrigens für das Dach des bekannten Hotels Adlon in Berlin rund 6000 Quadratmeter patiniertes Kupfer verlegt.
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