Immobilien Bayern lobt ein öffentliches Angebotsverfahren für 74 Hektar Wald aus
West IV: Alles ’ne Preisfrage

"Jetzt Daumen drücken", fordert Stadtkämmerin Cornelia Taubmann - und zwar in zweifacher Hinsicht: Die Immobilien Bayern ermittelt den Bodenpreis für das Gewerbegebiet West IV und Weiden verhandelt mit dem ersten Betrieb, der viele gute Arbeitsplätze bieten würde. Bild: Ascherl

Weiden rollt für den ersten Investor in Weiden-West IV den roten Teppich aus. Die Stadt darf sogar ein Preisfindungsverfahren einleiten, um dem Betrieb eine "Hausnummer" nennen zu können. Wo aber letzten Endes der Grundstückspreis liegt, entscheidet die Immobilien Bayern.

Von einem "Marathon" spricht Finanzdezernentin Cornelia Taubmann, als sie am Dienstag im Wirtschaftsbeirat ihren Bericht zum Gewerbegebiet Weiden-West IV gibt. Vor fünf Jahren sei die Stadt - nach einem CSU-Antrag - auf die Suche nach einem neuen Gewerbegebiet gegangen und in Weiden-West fündig geworden. Die zunächst völlig unbekannte Fläche (außermärkisches Gebiet) sei inzwischen grundlegend untersucht. "Alles ist ausgeforscht."

Plante man zunächst mit 140 Hektar, so schrumpfte die Fläche. Die Stadt kann wohl 74 Hektar erwerben und dafür einen Großteil des von der WGS erworbenen Forstes im Steigerwald zum Tausch anbieten. Bebauen lassen sich 47 Hektar auf dem Plateau, das im deutlichen Abstand die B 470 stadtauswärts begleitet. Die Hangflächen zwischen Gewerbegebiet und Bundesstraße - für die Forstwirtschaft nicht mehr interessant - muss die Stadt übernehmen und kann sie als Grüngürtel nutzen.

Um möglichst schnell eine Erschließung realisieren zu können, wird an die B 470 eine Abbiegespur angebaut, der Verkehr - auch aus der gegenüberliegenden Dr.-Müller-Straße - mit einer Ampelanlage geregelt. Ein Provisorium auf Dauer? Große Lösungen sind teuer: Der angedachte "doppelspurige Kreisverkehr", also der "Turbo-Kreisel", würde zwei Millionen Euro, ein höhenfreier Kreisverkehr mit seinen Verbindungsspangen sogar acht Millionen Euro kosten. Beides erscheint sowohl für die Stadt als auch für die siedlungswilligen Betriebe zu teuer.

Hohe Erschließungkosten


Nach den bisherigen Planungen liegen die Kosten für die Erschließung (Regen versickert oder wird in die Schweinenaab geleitet) zwischen 14,8 und 17,1 Millionen Euro, womit sie alleine den - noch offenen - Grundstückspreis mit 37,4 bis 47,3 Euro pro Quadratmeter belasten.

Die Immobilien Bayern wisse als Verkäuferin, was Weiden plane. Sie werde sich sicherlich nicht mit dem "Waldpreis" begnügen - zumal inzwischen das gut vorbereitete Bebauungsplanverfahren laufe. Der Marktpreis soll, so Taubmann, in einem öffentlichen Angebotsverfahren gefunden werden. Die Leiterin der Projektgruppe Weiden-West IV geht allerdings davon aus, dass die zugesicherte Unterstützung des Gewerbegebietes durch den Freistaat greife. "90 Euro pro Quadratmeter. Das wäre der schlimmste Fall. Wir hoffen aber, wir bleiben deutlich darunter."
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